Konzerte

Pfeffelbach Open Air

05.Juli bis 06.Juli 2013

Am 05. und 06. Juli 2013 öffnete das Pfeffelbach Open Air erneut seine Tore, um zwei Tage lang Musik und Atmosphäre in eben genannten "Dörfchen" in der Pfalz vom Feinsten zu bieten. Zwei Redakteure aus unserem Team hatten die Ehre dort zu verweilen und können ausschließlich Positives berichten, was nicht unbedingt Gang und Gebe bei so manchem Festival ist.

Das Billing ließ sich von Anfang an gut sehen, ganz vorne dabei Highlights wie Frei.Wild und Eisbrecher, wobei sich diese beiden Bands ja bekannter Weise sehr vom musikalischen Sound her unterscheiden. Insgesamt ist das POA grundsätzlich ein sehr Deutschrock betontes Festival, doch das hat den zweiten Headliner Eisbrecher nicht im Mindestens geschadet. Im Gegenteil: bereits zum zweiten Mal spielten Eisbrecher und Frei.Wild zusammen auf einem Festival und auch dieses Mal auf dem POA harmonierte alles nahezu perfekt miteinander.

Das POA erfreute sich dieses Jahr an noch mehr Beliebtheit als bereits im vorigen Jahr, denn es musste bereits ein zweiter Campingbereich eröffnet werden, da der ursprünglich geplante viel zu überfüllt war. Es lässt vermuten, dass mindestens 2/3 der Anwesenden nur wegen Frei.Wild angereist kamen, doch die Stimmung war trotzdem perfekt und keine Band hatte Grund sich missachtet zu fühlen.

Los ging es also am Freitag um 16.30h mit der Band '77, die ihres Zeichens Rok 'n' Roll á la Heavy Metal produzieren. Sowohl vom Auftreten her, als auch von der Musik erinnern sie sehr an die guten alten Herren von AC/DC und verstanden es sehr gut, die Menge mitzureißen, auch wenn sie während ihrer einen Stunden Spieldauer von dem gängigen Genre auf dem POA stark abwichen. Zweifellos verstanden sie es die Menge auf ein bevorstehendes Wochenende gut einzustimmen, wo sie doch extra aus Barcelona angereist kamen.

Nach zehn minütigem Umbau folgte dann niemand geringeres als die Band Herzlos, die ebenfalls mit einer Stunde Spieldauer gesegnet waren und durch diverse Einlagen an Coversongs von Bands wie Frei.Wild und Kärbholz die Menge gut auf die anstehenden Konzerte einstimmen konnte. Die fünfköpfige Band hat sich durchaus wohl auf dieser heimischen Bühnen gefühlt, denn sie kamen selbst aus der Pfalz und man hat mehr als deutlich gemerkt, dass es für sie ein echtes Heimspiel war, das sie absolut genossen haben.

Eine der ebenfalls groß erwartenden Bands waren wohl Serum 114, denn die Anzahl der Fans stieg bei ihrem Auftritt rasant an und der Platz vor der Bühne war plötzlich deutlich voller. Man konnte deutliche Erwartungshaltungen erkennen und diese wurden auf ganzer Linie befriedigt. Selten erlebt man es, dass eine Band von der allerersten Sekunde an die gesamte Menge, darunter auch die, die bis dato nichts von dem entsprechenden Künstler gehört hatten, mitreißt und ihnen ihren eigenen Musikstil schmackhaft macht. Serum 114 gelang dies absolut tadellos.
Nicht nur durch Musik konnte diese Band punkten. Auch durch Witz und Charme und eine spannende Bühnenshow ganz ohne Pyroeffekte.
Beim Spielen des Liedes 'Adrenalin' beschloss Sänger Esche mal eben eine Runde Stage Diving einzulegen, wobei Gitarrist Markus das Singen zeitweilig übernahm und Esche das Gitarrespielen während des Stage Divings. Ein spontaner Rollentausch und durchaus körperliche Höchstleistungen auf einmal. Doch die Menge spielte gut mit und die Fans kümmerten sich ausgezeichnet um Esche.
Extravagant waren sie allemal, denn nachdem der Frontmann am anderen Ende angekommen war, kletterte er spontan die Wand des Regieturmes nach oben und spielte das Lied auf dem Dach desselbigen fertig.
Ich denke, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass das weiß Gott kein langweiliger Auftritt war.
Mit ihrem Punkrock passten sie auch ideal in das musikalische Gesamtbild des Tages und wurden nach 15 Liedern, 75 Spielminuten, zwei Zugaben und tosendem Applaus verabschiedet.

Als Kärbholz dann um 20.30h die Bühne betraten schien die Menge noch mehr gewachsen zu sein und die Stimmung noch ausgelassener. Auch die Pogobereitschaft wuchs stetig an und die Menge veranstaltete selbst dann noch Mosch Pits, wenn sie überhaupt nicht angesagt waren. Ein Wunder, dass davon bei Balladen abgelassen wurde…
Trotzdem ging es sehr friedlich zu. Außer diversen Sonnenstichen und übermäßigem Alkoholkonsum hatten die Erst Helfer erstaunlich wenig zu tun und Kärbholz nutzten diese geniale Stimmung zu ihrem Vorteil.

Mit Laola Wellen, beeindruckenden Gitarrensoli und – man glaube es kaum – eine Tanzeinlage in Form eines Disco Foxs holte diese Band mit ihrem Deutschrock alles raus, was ging. Beim Song 'Timmi halt's Maul' stand wohl keiner mehr still und es waren die idealen Voraussetzungen für den nachfolgenden Auftritt geschaffen.

Der Headliner des Tages, Eisbrecher, betrat um Punkt 22.10h die Bühne und konnte sich nun der Aufgabe widmen, mit ihrem elektronischen Sound und ihren rhythmischen Beats eine Menge von favorisierter Deutschrock und Punk Hörern zu überzeugen und mitzureißen. Gelungen? Eindeutig!
Eröffnet wurde dieser Auftritt mit 'Exzess Express', ein Titel von ihrem aktuellen Album und die Menge ließ sich von Anfang an mitreißen. Von jedem ihrer bisher erschienen Alben wurden diverse Songs gespielt, doch auch sehr harte und typische Metal Klänge fanden den Weg in die Menge wie beim Song 'Metall', der so auf keinem erschienen Album zu finden ist.
Das Higlight des Auftritts war wohl die spontane Einlage von 'Biene Maja', bei der die Menge wohl am Lautesten von allen bisherigen Auftritten mitsang. Mit dem imposanten Schlagruf Alex' "Rettet die Bienen!" konnte dann auch der absolute Liebling 'This is Deutsch' angespielt werden und bei dem altem Megaherz Song 'Miststück' wurde mal eben spontan eine Rapeinlage miteingebaut.
Keine Frage: Eisbrecher liefern eine geniale Bühnenshow ab und schaffen es, selbst die Menschen mitzureißen, die sonst so gar nichts mit ihrem Musikstil anfangen können! Wahrlich ein Genuss!

Den Freitagabend sollten dann Heilige Bruehder beenden, die mit ihren widergegebenen Onkelz Songs leichtes Spiel bei der Fangemeinde hatten, die vor Begeisterung nur so kochte. Es wurden durchweg sämtliche Klassiker der Bösen Onkelz gespielt, doch wollte die Menge scheinbar eines ganz besonders haben: 'Mexiko', war der Hauptbestandteil ihres Gegröles, doch die Jungs ließen ausgerechnet dieses Song aus, was aber niemanden groß störte, denn die Band glich das durch ihr Gesamtauftreten perfekt aus und es gab keinen, der bei diesem Auftritt nicht abging.

Statt der üblichen zwei Zugaben, ließen sich die Zugaben an diesem Abend nicht mehr zählen. Das geplante Ende wäre eigentlich 01.15h gewesen, doch die Herren spielten noch mindestens eine halbe Stunde länger, was eigentlich nur ein Zeichen für einen hammermäßigen Auftritt war...

Der erste Tag des POA verlief also mehr als nur zufriedenstellend, mit geiler Stimmung, friedlichen und von der Sonne und dem Alkohol ordentlich angeheiterten Menschen, keine größeren Zwischenfälle und einem mehr oder weniger reibungslosen Ablauf.
Doch eines war eigentlich schon am Freitag ganz klar: der Großteil wartete nur auf eine einzige Band am kommenden Abend…



Den Samstag eröffneten dann AC Angry um 16.15h und lieferten uns zum ersten Mal auch englische Texte. Kein Zweifel, eine gute Band mit geilem Sound, die es verstande live auf der Bühne zu stehen, mit ihrem Heavy Metal allerdings irgendwie an der falschen Adresse. Schade, denn diese Band hat durchaus einiges an Potenzial, hätte sich auf einem anderen Festival aber deutlich besser gemacht.
Trotzdem war es ein würdiger Auftakt für den Samstag und nach 13 Songs und 45 Minuten Spielzeit war es mal wieder an der Zeit für einen Umbau, damit anschließend Spitfire die Bühne rocken konnten.

Auch von dieser Band bekamen wir mal wieder etwas Englisches auf die Ohren und zudem noch guten Rock 'n' Roll, der zwar auch nicht so ganz auf dieses Festival zu passen schien, doch nach dem imposanten Auftritt von AC Angry schien das eigentlich niemanden mehr zu interessieren. Die Leute wollten einfach nur gute Musik hören und diese bekamen sie mit Songs wie 'My Way', 'Enemie' oder 'Take my Floor' zweifellos geliefert.

Um 18.30h betrat dann nun auch endlich Matt Gonzo Roehr die Bühne, ein super sympathischer Mann und reinzufällig Ex – Gitarrist der Onkelz, um das POA mit hervorragenden Gitarrenklängen zu beschallen. Man kann sagen, was man will: dieser Gitarrensound ist einfach unverkennbar und zeugt von verdammt hoher Qualität!
Gespielt wurden Songs wie: 'Gedankenpolizei', 'Helden leben lang, Legenden sterben nie', 'Heilige Lieder' und 'Zuflucht vor dem Sturm'. Die Menge wuchs immer mehr an und die Stimmung wurde ausgefallener denn je. Alle warteten im Prinzip nur auf einen Auftritt, doch bevor dieser Wunsch in Erfüllung ging, betraten zuerst noch Desperadoz die Bühne und heizten noch einmal zusätzlich ein.

Erwähnenswert wäre hierbei wohl die Coverversion von 'Pokerface', ursprünglich von Lady Gaga performt, die allerdings nicht ganz so gut ankam wie vermutlich geplant. Doch auch dies störte niemanden mehr. Die Menge war zu diesem Zeitpunkt im Vergleich zu Freitag gefühlt um die doppelte Anzahl angewachsen und die Getränkestände hatten alle Hand voll zu tun. Mal eben schnell ein Bier trinken war fast unmöglich, da die Wartezeiten aufgrund des Andrangs doch eher langfristig waren.

Doch dann war endlich 21.55h und damit Zeit für den eigentlichen Headliner:
Frei.Wild starteten endlich ihren Auftritt auf dem POA und die Fans tobten nur so. Selten so eine beeindruckende Masse gesehen, die so abging. Das haben scheinbar auch die Jungs von Frei.Wild gemerkt, denn sie legten sich wahnsinnig ins Zeug und gestalteten eine Show, die so schnell wohl niemand vergessen würde.

Pyroshow vom Feinsten und für mein persönliches Highlight sorgte dann irgendwann noch der Regen von roten Konfettistoffherzen.
'Arschtritt', 'Südtirol', 'Das Land der Vollidioten', 'Frei.Wild' und 'Sieger stehen das auf wo Verlierer liegen bleiben' sind Lieder, die jeder Frei.Wild Fan nur zu gut kennt und die schon seit Jahren gespielt werden. Doch auch Songs vom neuen Album wie 'Wir reiten in den Untergang' und 'Zieh mit den Göttern' wurden gespielt und erfreuten sich einiger Beliebtheit.
Unnötig zu erwähnen, dass sowieso jedes einzelne Lied mitgegrölt wurde und Frei.Wild das absolute Highlight des gesamten Festivals waren, oder?

Für einen schönen Abschluss dieses Festivals sorgte dann um 00.20h die Band Stahlzeit, die sich Rammstein verschrieben hatte und eine Show ablieferte, wie sie Rammstein selbst kaum besser hätte machen können.
'Waidmanns Heil', 'Haifisch', 'Ohne dich', 'Rammstein' und 'Benzin' sind nur einige wenige der altbekannten Rammstein Lieder, die von Stahlzeit performt wurden und die der Menge mehr als gut gefielen. Die Pyroshow war mehr als nur gut und heizte ordentlich ein - im wahrsten Sinne des Wortes.
Ein würdiger Abschluss, für ein geiles Festival!

Zwei Tage lang geile Musik, geile Location, gute Organisation und eine wahnsinns Atmosphäre! Das POA ist wirklich jeden einzelnen Besuch wert! Ein Lob an die Security und die Erst Helfer, die die Mischung der prallen Sonne und des Bierflusses perfekt meisterten und an den Catering Service, der für ausreichend Essen und Getränke sorgte und das alles auch noch für einen anständigen Preis!
Abschließend bleibt eigentlich nur eines zu sagen: jeder Zeit wieder!


Me Lina und Ko Je

 

 

 

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