Konzerte

PartySan Open Air
Autopsy, Vader, Nile, Marduk, Overkill, Candlemass, Desaster, Cryptopsy u.v.m.

10.August bis 12.August 2017

PartySan 2017

Vorab, alle Bilder zu allen Tagen sind online und hier zu finden:

www.EvilRocksHard-Galery.net/pics-2017/partysan-open-air-2017
 
Donnerstag:

Und wieder ist ein Jahr um, Hell is Open hieß es wieder an altbekannter Stelle, Schlotheim am Flugplatz Obermehler. Das Billing dürfte jedem bekannt sein. Der Donnerstag legte los mit der obligatorischen Begrüßung von Veranstalterseite und dann kam ohne große Umschweife …
NIGHT DEMON, die Jungs sind mal eine fette Überraschung geworden, haben die Bude gerockt. Im Underground schon eine wahre Macht. Dies stellten sie mit ihrem klassischen Heavy Metal. Der kam wunderbar druckvoll rüber, die Jungs wussten zu überzeugen. Warum die so früh dran waren, habe ich mich des öfteren im Verlauf dieses Tages noch gefragt, ein Tausch hätte mehr gebracht …

Danach kam AZARATH und MISTHYRMING, beides Vertreter der selben Gattung – Black Metal und genauso, in klassischen Blackmetalpfaden bewegte sich der Output. Wenig gibt es zu bemängeln. Der Basser von Azarath war sehr ausdrucksstark, dazu noch der Wechsel von Growls und Screams. Bei Misthyrming kam jetzt schon zum ersten Mal das Feuer zum Einsatz.

Bei GOD DETHRONED wurde es wieder zünftiger mit ihrem Thrash/Deathmix wussten die Niederländer die Massen zu überzeugen. Ein sehr präsenter Fronter und gestenreiche Saiteninstrumente machten diese Show zu einem Hingucker.

Bei MANTAR hingegen war das Zuschauen wieder einfacher, da die Band nur aus einem Gitarristen, der auch für die Vocals zuständig war und einem Drummer bestand. Die Jungs aus Bremen machten mit Aussagen auf sich aufmerksam, die mich eher an Rotz & Wasser erinnerten als an Black Metal. Bei den Fans kamen diese prolligen Aussagen aber gut an.

Richtig Düster und stilecht im Sinne von Black Fucking Metal wurde es dann bei DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT. Diese Female Fronted Band wusste auch optisch zu überzeugen und zu binden. Die Fronterin in einem weißen Gewand, die restlichen Member mit ihren Corpsepaints, alle mit Kunstblutverschmiert. Jedoch mit viel Action war da auch nichts. Jeder Person wie angewurzelt, dafür mit guten Sound.

Ein weiterer Zweier ruderte nun über die Bühne, URFAUST, bei dieser Band stellte sich mir die Frage warum Night Demon so früh spielen musste. Die Show war absolut müde und überfrachtet mit Blackmetal Pathos, dazu noch massig Nebel und Licht, das von hinten nach vorne gerichtet war, was nicht nur den Fotografen beim „Sehen“ Probleme bereitet. Zeit für Abendessen …

Gestärkt kam ich zu meinem Headliner zurück: OVERKILL und die Jungs bewiesen wieder einmal warum sie sich so lange im Thrashbereich halten konnten. Live sind die Jungs einfach eine Macht und wissen genau wie der Hase läuft. Es wurde gepost und mit Gestik gearbeitet, die Klassiker ausgepackt wie „Hello from the Gutter“ und dann mit den Fans gefeiert.

Ein ähnliches Fest wollte auch ABBATH, auf Solopfaden, abbrennen. Feuerspuckend kam er auf die Bühne, aber sein Sound war nicht gut, was ihn die ersten drei Songs beschäftigte, er aber ganz Profi Corpsepain-gute-Mine zu schlechten Sound machte. Ihn und den Fans kam zugute, dass er vornehmlich Immortal-Songs zum Besten gab, was die Stimmung zu dieser späten Stund noch aufheiterte, denn die Mischungen von Brutz & Brackel waren wieder der Hölle sehr nahe.
 
Freitag:

Begonnen wurde wieder PartySan typisch mit Grind, heuer mit GUT, bei denen war allerdings nur der Name gut. Die Show war „ganz nett“, aber kurzweilig, dauergegrunze ohne große Ansprache für die Fans mit einem sich selbstgeiselnden Fronter. Da gab es in den vergangenen Jahren wesentlich eindrucksvollere Starter, sei es Guatalax, Rectal Smegma oder oder oder

Mit DEMILICH kam eine  finnische Institution in Sachen Old School Death auf die Bühne, denen auch Tech Death gut zu Gesicht steht. Der Start war allerdings ein wenig unterkühlt, dies sollte sich im Laufe des Gigs aber bessern. Alle gaben ihr Bestes, auf die Ansage der Songnamen, die man als kryptisch und ewig lang bezeichnen könnte wurde zu einem guten Teil verzichtet. Aber am Ende ein guter Gig.

Zünftiger und wesentlicher direkter wurde es bei DEMOLITION HAMMER, diese US Heroen der 80iger und 90iger Jahre haben ihren Spirit noch nicht verloren. Mit der Bandhistorie war auch klar, dass hier was gehen wird und genau so kam es. Die Jungs verbreiteten richtig Laune und ließen Songs wie ‚Omnivore‘ oder ‚Hydrophobia‘ wurden zu regelrechten Ohrwürmern.

Mit KALMAH ging es genauso weiter. Einen kleinen Seitenhieb konnte sich der Fronter bzgl des Wetters nicht verkneifen: „Ich rechnete mit viel Sonne, Hitze und schwitzenden Menschen. Jetzt sehe ich, dass es hier genauso ist wie der Sommer in Finnland.“ Songs wie ‚Hate‘ trugen aber mit der Bühnenpräsenz dazu bei, dass die Jungs durch aus die Fans zum Schwitzen brachten. Angesichts ihres Auftrittes hätte auch diese Band einen späteren Slot verdient gehabt.
 
Nun war es an VITAL REMAINS dran ihren starken Alben und ihren Anti-Christian-Deathmetal unter die Massen zu bringen. Es begann non-verbal: Man verbrannte eine Bibel, danach legte man los, wie Schmitt’s Katze und brachte einen Nackenbrecher nach dem anderen u.a. ‚Dechristianize‘. Man hatte schon viel von den Liveauftritten gehört, hier konnte man diese bewundern. Ein sehr eindrucksvoller Auftritt der Band, auch dadurch befeuert, dass der Fronter „mal kurz“ Crowdsurfen war!

Mit UADA kam der US Blackmetal zurück auf die Bühne, mit technisch äußerst versierten Gitarristen, die wissen wie man vom 3. auf den 20. Bund kommt. Man konnte zwar keine Gesichter wegen der Kapuzen erkennen, aber die Mucke war sehr einprägsam und auch mitreißend. Black meets Harmony könnte man sagen, eine Klangweide. U.a. gab es auf die Lauscher, eine Art Lauschprobe für euch: ‚Natus Eclipsim‘, ‚Devoid of Light‘ oder ‚Black Autumn, White Spring‘.

Der inzwischen etablierte Viking/Paganmetal darf dann natürlich auch nicht fehlen und dieses Jahr verkörperte diesen Part die Jungs von MOONSORROW. Mit ihren dezenten Corpspaints machten sie sich auf die Metalgemeinde zu erobern, was auch gelang. Fanchor gab es nicht, da die Songs auf Finnisch verfasst sind. Aber ihre Melange aus Metal, Folklore und Blackmetal kam sehr gut, siehe die Songs ‚Suden tunti‘ oder ‚Sankaritarina‘. Auch die Lightshow kam auf Grund der verdeckten Sonne gut zum Zuge.
Richtig fett und eindrucksvoll wurde es dann bei AURA NOIR. Nicht nur optisch erinnerte der Fronter an Lemmy, auch stimmlich. Wer diese Band nicht kennt, stelle sich einfach Motörhead im Mix mit Black’n’Roll vor, dazu noch die typische Blackmetal Gitarre. Die Jungs rockten die Bühne und zeigten, wie man so richtig Kickass betreiben kann, rotzig und roh eben.
Ab jetzt wurde es ein kleines Stell-dich von Berühmtheiten, jeder der nachfolgenden Bands könnte der Headliner sein, aber der Reihe nach …
VADER waren die ersten die die Bühne erklommen und mit ihrer Dunkelheit, düsteren Stimmung, wummernden Doublebass, betörenden Riffs und einem growlenden Fronter anschickten den Abend endgültig einzuleiten. Diese Band und ihre Trades muss man nicht mehr vorstellen, da reicht schon aus zu sagen, dass wider gepost wurde, die Giatrristen zeigten wie geile Läufe auszusehen haben. Aber dies wurde noch von NILE getoppt. Die US Boys zeigte eine sehr engagierte Show. CANDLEMASS hingegen traten mit ihrem Doom wieder auf die Bremse, brachten die Riffs wieder in gemächlichere Zonen, wie es sich eben für Doom gehört. Tief, leicht depressiv, melancholisch und genau das versprühten die Jungs mit extrovertierten Posen und Songs wie ‚Samarithan‘ oder ‚Mourners Lament‘.
 
Eine größere Schlachtplatte gab es dann wieder bei AUTOPSY, unseren ehemaligen Pathologen, auch US Boys Weggefährten von Cannibal Corpse und Six Feet Under. Sei es mit ‚In the Grip of Winter‘, ‚Voices‘, ‚Burial‘ oder auch ‘Torn from theWomb’, diese Jungs wissen einfach wie Schlachtplatte geht und das zum Toreschluss am Freitag. Na dann, süße Träume …
 
Samstag:

Der Samstag begann mit GRUESOME STUFF RELISH, wieder eine grindlastige Band, diesmal aus Spanien. Man verlor wenig Worte, sondern machte das was die Masse wollte: Grindcore!!!
Düster wurde es dann gleich mit MOURNING BELOVETH, die Jungs vertraten den Death-Doom-Sektor. Anspruchsvolle Mucke zu Früherstund könnte man sagen, der durchaus zu überzeugen wusste.

Herzig wurde es dann wieder mit MERCILESS, deren Name Pate stand für das was einen erwartete: No Mercy! Thrash-Death und das Ganze auch noch richtig rotzig, da war man gleich wieder wach.

Beeindrucken wurde es dann mit HADES ALMIGHTY, die mit ihrem melodisch angehauchten Blackmetal viele Fans vor die Bühne zogen und eine echte Überraschung waren. Die Jungs waren sehr agil auf der Bühne und konnten  mit ihrer Mucke einige Fans erreichen, dass diese ihre Matte im Takt bewegten. Ein erstes kleines Highlight an diesem Tage!

Richtig schwer und growllastig wurde es dann bei CRYTOPSY, den kanadischen Urmonstern, die auch noch ein Release im Gepäck hatten, das neuste Album „None so Vile“, von dem es natürlich die eine oder andere Kostprobe gab ohne die Klassiker außer Acht zu lassen. Ein sehr fesselnder Auftritt der Jungs zu solch früher Stund. Neu waren u.a. ‚Phobophile‘ oder ‚Lichmistress‘ dazu gab es dann noch ‚Slit your guts‘ oder ‚Grave of the Fathers‘. Mein persönliches Highlight des Tages…

INQUISITION waren nun dran diesen Elan der Fans aufzunehmen. Mit ihrem atmosphärischen Blackmetal als Zwei-Mann-Crew haben sie oft bewiesen, dass sie so etwas können, so auch heute. Viele Fans versammelten sich vor der Bühne um dem Treiben bei zu wohnen, trotz des Regens. Ein lästiger Begleiter über das ganze Festival hinweg.

Zünftiger und noch intensiver wurde die Show bei NECROPHOBIC. Düsterer Deathmetal erhob sich und wusste zu überzeugen. Man war sehr präsent auf der Bühne, die Lightshow und Nebel ergaben ein fulminantes Ganzes. Sei es bei ‚Darkside‘ oder ‚Revelation 666‘, jeder Song saß wie ein Maßanzug, eine perfekte Show und Songauswahl!

Bei INSOMNIUM wurde es dann wieder ein wenig melancholischer, dafür wurden die Rhythmen eingängiger ohne härte vermissen zu lassen. Die Finnen zogen alle Register um ihren Ansprüchen und der Bürde des Vorgängers gerecht zu werden. Eine Setlist durch alle Zeiten, ein kleines Erinnerungsschreiben die noch fehlenden Alben sich zuzulegen.

DESASTER aus Koblenz waren nun dran die Massen zu verzücken und mit ihrem Fronter Sataniac sollte dies kein Problem sein. Das Posen von Infernal blieb auch nicht ohne Wirkung und über die Künste von Tormentor an den Drums ist man ja über die Landesgrenze hinweg bekannt, er trommelt ja auch für Asphyx… Heute boten die Jungs aber eine sehr agile Show untermalt mit Feuersäulen, reichlich Feuer und viel Gestik. Auch der Schnack mit den Fans war wie immer sehr freundlich. Auf die Ohren gab es u.a. ‚Nekropolis Karthago‘, ‚Tormentor‘ oder auch ‚Metalized Blood‘. Ein sehr gutes Warm-up für die noch folgenden Bands …
 
POSSESSED machten den Anfang mit ihrem im Rollstuhl sitzenden Fronter Jeff Becerra, der trotzdem wie besessen rockte. Eine richtige Walze ging nieder über Schlotheim von den Jungs, die im Jahre 2018 ein neues Album veröffentlichen werden. Heuer erstmal gab es Old-School-Stuff und zwar voll auf die Zwölf wie ‚The Exorcist‘, ‚Confessions‘ oder ‚Tribulation‘. Geile 60 Minuten lang wurde gebangt und mit dem gebührenden Applaus ging es dann von der Bühne.

MARDUK der heimliche Headliner der Headliner schickte sich an Schlotheim zurück zu erobern. Mit Songs wie ‚Frontschwein‘, ‚Panzerdivision Marduk‘, ‚Waterland‘ oder ‚Wolves‘ war man dazu durch aus in der Lage. Eine eindrucksvolle Lightshow untermalt mit Feuersäulen-Einsatz oder Stickstoff-Fontänen untermalten diesen Eindruck und machten ein Augenscmaus aus diesem Auftritt. Kein gerede, voll auf die Zwölf. Einzig das im Nebel sichtbare MG42 kam nicht zum Pyro-Einsatz, es wurden sogar Wetten abgeschlossen ob bzw. bei welchem Song es zum Einsatz käme, es blieb lediglich ein Statist. Trotzdem geiler Auftritt.

Für viele Fans endete mit diesem Gig das PartySan 2017, aber da gab es doch noch was, richtig …

TRYPTIKON waren dran die Chill-Out-Mucke zu servieren zum Abgesang für das PartySan 2017, wie sich heraus stellte war es auch das Ende einer achteinhalb jährigen Zusammenarbeit von Fronter Thomas G. Fischer mit dem Schlagzeuger Norman Lonhard. Ansonsten war alles in Nebel gehüllt mit gelegentlichen Flashs sonst Dunkelblau oder Rot als Leuchtmittel. So zäh sich der Nebel hielt, so zäh schien der Auftritt, es dauerte bis man in die Gänge kam. Dies sieht man auch an den Songs … ‚Protection‘, ‚Dethroned Emperor‘, ‚Goetia‘ oder ‚Circle of the Tyrants‘.

Nach dieser Band endete das PartySan 2017, alle Trades die in den letzten Jahren genannt wurden waren wieder vorhanden. Geile Orga, gute Secs, gute Preise, genügend Merchstände. ein Festival zum Glücklich werden. See you 2018 in Hell, in Schlotheim!
 
Eure Roadcrew
Car Sten






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