Konzerte

SummerBreeze 2002

22.August bis 24.August 2002

Vom 22. bis 24. August wurde im schwäbischen Abtsgmünd der Spätsommer eingeläutet durch eine sommerliche Brise harter Musik. Für Jungs und Mädels, denen Wacken, With Full Force und das Dynamo (und wie sie alle heissen...) noch nicht genug sind, ist da noch das diesjährige Summer Breeze die ideale Ergänzung, um einen Festival-Sommer von der Bandbesetzung her (fast) perfekt abzurunden. Für jeden Geschmack war etwas dabei, von Gothic bis gnadenloser Härte gabs das volle Brett.

Bei der Ankunft im Dorf Abtsgmünd aber schon der erste Schock: Alles steht voll mit Autos und es gibt keine Möglichkeit, auch nur kurz das Auto abzustellen, um die Tickets zu besorgen. Nach 30-minütiger Suche und vielem Fluchen parkte das Evil Rocks Hard Team dann auf dem Grünstreifen der nahe gelegenen Bundesstraße, da es keine andere Möglichkeit mehr gab, wenn man nicht gerade früh genug angereist war. Leider ließen es die gegebenen Räumlichkeiten nicht zu, das Auto neben das Zelt zu parken, also musste sich der Metalhead eben kreativ werden mit der Parkplatzsuche oder sehr viel Glück haben.

Als das geschafft war, konnte der Spaß dann auch endlich los gehen - dachten wir zumindest... Leider waren die Security doch sehr von sich und ihrer differenzierten Auffassung der Dinge überzeugt und machten vielen Vertretern der Presse das Leben schwer durch ihre Überzeugtheit, das richtige zu tun. Eigentlich spricht da ja auch nichts dagegen, dann aber sollte man sich an die Vorgaben des Veranstalters halten (diesen möchte ich von der Kritik komplett ausschließen, da die richtigen Vorgaben durchgegeben wurden, sie aber nicht umgesetzt wurden!) und außerdem untereinander einheitliche Regeln einführen.

Trotz allem als man es endlich geschafft hatte und an den „Möchtegern-Göttern“ in Schwarz vorbei war, ging man mit sabberndem Mund auf das Gelände des Summer Breeze. Zwei große Bühnen strahlten einen da an, zum einen die Main Stage (wie der Name schon sagt, die Hauptbühne) und zum anderen die Pain Stage, die etwas kleiner geratene Version. Es spielte immer nur eine Band, während auf der anderen Bühne Umbauarbeiten stattfanden. Eine super Idee, denn zum einen verpasste man keine Band und zum anderen hatte man Wartezeiten von unter einer Minute (!!!) zwischen zwei Bands. Daher: Dickes Lob für den Organisator!



Die Berliner Formation Volcano hatte die große Ehre um 14:00 das Summer Breeze Open Air 2002 am Donnerstag zu eröffnen. Zwar waren nicht viele Fans vor der Bühne anwesend, aber diese konnten sich mit dem Gothic Rock der Deutschen gut anfreunden. Die nächsten 20 Minuten durften Dry Rot auf der Pain Stage ihre Musik bei wunderschönen Sonnenschein präsentieren. Leider waren 20 Minuten zu kurz, um Großes zu reißen, genau wie für Mr. Vader, die im Anschluß einen weniger überzeugenden Gig ablieferten aufgrund ihrer eher schlechten Performance auf der Bühne. Vielleicht lag das ganze ja auch nur daran, dass man in der kurzen Zeit so viel wie möglich spielen wollte und da das Drumherum etwas außer Acht gelassen hat...

Burden Of Grief konnten dagegen sofort die Fans überzeugen und zum ersten mal richtige Stimmung im Publikum erzeugen. Melodischer Death Metal vom Feinsten war hier das Rezept und die Aggressivität durfte auch nicht zu kurz kommen: Das Drumming war so hart, das die Crew schnell Teile des Drum-Kits austauschen musste, da diese etwas zu hart behandelt wurden (umso besser!!!). Burden Of Grief aber waren auf jeden Fall das erste Highlight des Summer Breeze!

Deep Inside Myself waren danach an der Reihe, wurden mit ihrem Gothic aber zum größten Teil nur als Überbrückung zu Suidakra angesehen, die mit ihrem neuen Line-Up eine beeindruckende Show ablieferten, bei der es wieder einmal Black Metal mit teilweise cleanem Gesang und Folk Einflüssen vom Allerfeinsten zu hören gab. Gute Laune gab es im Anschluss um kurz vor fünf von der Ruhrpott Formation Night In Gales, die nur durch ihren etwas schlechten Sound heruntergezogen wurden. Trotzdem machte dies den Fans nichts aus und der Gig war ein voller Erfolg.

Kühler wurde es danach, nicht nur, weil es langsam anfing Abend zu werden, sondern auch weil die finnischen Gothicer von Entwine auf die Main Stage kamen und mit HIM-artigen Klängen Kälte in die Herzen der Zuhörer zauberten. Nichts neues, aber ein richtig guter Auftritt der Finnen, deren "große" Landsleute von Sentenced ja noch in den Startlöchern für Samstag standen. Die Schinder mit NDH, Bonfire mit klassischem Hardrock und Belphegor standen als Brücke noch vor dem heimlichen Highlight des Donnerstages: Hypocrisy. Bis dato aber lieferten die drei Bands solide Gigs ab. Hypocrisy aber zeigte keinesfalls einen soliden Gig: Ab dem Opener 'Roswell 47' waren alle vor der Main Stage versammelt um die schwedischen Metal Heroen zu huldigen. Viele Klassiker und wenig von der aktuellen Scheibe "Catch 22" machten den Gig einfach nur geil! Den krönenden Abschluss eines super Auftritts machte wiedereinmal 'Fractured Millenium' und schickte die Fans noch im Rausch der Sinne zur Pain Stage, wo Red Aim ein schweres Amt anzutreten hatten. Die Saarländer aber konnten mit ihrem Funny-Rock (oder wie soll man das nennen?) die noch in den Träumen schwelgenden Fans zurückholen und unter anderem mit einem 'The Trooper'-Cover voll und ganz trotz soundtechnischen Problemen überzeugen.

Edguy waren daraufhin an der Reihe und kündigten einen Abschiedsgig für die nächsten 2 Jahre Schöpfungspause an. Wie schon beim Wacken oder auch auf der Tour spielten Tobi Sammet und Co Querbeet Songs von allen Alben. Wer die Jungs in diesem Jahr noch nicht gesehen hat, für den war der Gig ein Erfolg. Für jemanden, der das Programm schon kennt war die Show leider etwas dünn und langweilig, was natürlich nicht an der musikalischen Klasse der Studenten liegt.

Der Co-Headliner Ektomorf durfte dann gegen kurz nach 22:00 ans Werk. Der Tribal-Thrash aus Ungarn kam bestens beim Publikum an und sorgte rundum für große Begeisterung in den Reihen. Mit 'I Miss You' oder 'Blood In Blood' wurde den Fans so richtig eingeheizt und man konnte von einem vollen Erfolg reden.

Als Headliner des Donnerstags durften die Schweden Tiamat die Fans ins Bett schicken. Die "Children Of The Underworld" zeigten gleich mit den Openern wo es lang geht: 2 Songs vom aktuellen Output "Judas Christ" läutet vielen weitere Songs der neuen Scheibe ein. Zwar wurden die ersten Alben bei diesem Gig völlig ausgelassen, trotzdem aber waren meiner Meinung nach die Fans doch zufrieden mit Songs wie 'Cold Seed' oder in der Zugabe 'Gaia'.

So endete der Donnerstag und man konnte von einem guten Start in das Summerbreeze Festival reden, wobei der Freitag noch etwas besser zu werden schien...



Mit 08/15 Gothic begann der Freitagmorgen um 11:00Uhr: Real:Dead:Love: versuchten die Fans aus den Zelten zu holen, um sich mit Depri-Mucke volldröhnen zu lassen. Anscheinend war die Formation aber selbst noch etwas müde, da kaum Bewegung auf der Bühne herrschte und man eigentlich besser im Bett geblieben wäre. Gothic an einen Morgen zu setzten war nicht grade der perfekte Schachzug, schade für die Band selbst, die bestimmt einen besseren Auftritt später am Tag gehabt hätte. In etwa genauso erging es den Newcomern von Redrum Inc., die mit ihrem Thrash-Metal zwar ganz gut ankamen, trotzdem nicht viele Leute vor die Pain Stage zauberten. Ganz im Gegensatz dazu wussten Mourning Caress mit Melodischem Todesblei wie man müde Menschen aufweckt. Einfach nur geil, wie das aktuelle Album "Imbalance" nahezu komplett rübergebracht wurde. Das erste Highlight des Freitags, und das schon um 11:40!

Dunkler wurde es im Anschluss als Mirror Of Deception und im Anschluß Dark At Dawn die Stages betraten. Zum einen (Mirror Of Deception) schwere Kost mit langsamen und schwerfälligen Doom, zum anderen gefühlvolle Düstermucke mit Dark At Dawn. Beide Bands wussten zu überzeugen und konnten endgültig den Geist der Müdigkeit vertreiben. Die finnischen Gothics von Charon belagert im Anschluss daran für 25 Minuten die Pain Stage und spielten HIM-ähnliche Songs, die eine Masse von Fans zu überzeugen wusste in einem sehr ordentlichen Live-Auftritt kurz nach der Mittagszeit.

Der erste Höhepunkt für mich an diesem Tag waren Substyle um kurz nach 13:00. Mit ihrem Single-Output 'I'm God And This Is My Day' - auch gleichzeitig der Opener - überzeugten die Kölner von Anfang des Gigs bis zum Ende. Zwar wurden ausschließlich neue Songs des zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienenen Albums gespielt, trotzdem gab dies ein Vorgeschmack auf den Silberling "Out To Lunch" und viele Fans sahen dies genauso!

Thorn.Eleven sollten danach auf der Pain Stage ran, der Gig wurde aber abgesagt und die Österreicher von Belphegor übernahmen die Spielzeit der Band. Extremer Black Metal mit einem Hauch Death begeisterte viele Black-Fans, die am heutigen Tag bislang ganz und gar nicht ganz auf ihre Kosten kamen. So hatte dieser Bandtausch auch sein gutes und fast jeder war an diesem Tag mit einer Musikrichtung vertreten. Punkrock (mit Smoke Blow), Thrash-Metal (mit No Return) und Gothic (mit Left Hand Solution) folgten im Anschluss und boten wiederum eine abwechslungsreiche Zeit mit vielen verschiedenen Styles in 1 ½ Stunden.

Der nächste Höhepunkt des Freitags war gekommen: After Forever aus Holland machten sich mit ihrer schönen Frontfrau Floor Jansen auf der Pain Stage breit und zogen nicht nur die Blicke vieler auf sich, sondern auch das Gehör der Masse. Gothic Metal mit vielen klassischen Zügen prägt das aktuelle Album der Holländer "Decipher", von dem viele Stücke auf dem Summer Breeze vorgetragen wurden. Die Fans namen's sehr positiv entgegen und honorierten das Ganze auch mit viel Applaus.

Ein wiedersehen mit dem ex-The Prodigy Gitarrist Gizz Butt gab es danach in seiner neu gegründeten Formation The More I See, welche aber weder einen großen Gig, noch große Massen vor der Bühne zu registrieren hatte. Mystic Circle im Gegensatz dazu konnten mit gnadenlosem Geknüppel schon mehr Fans begeistern, obwohl mit der Gig etwas zu roh erschien und die Keyboards total gefehlt haben. Trotzdem war der Auftritt ordentlich und man kann von einem Erfolg reden. Erfolg? Da muss auch gleichzeitig Soilwork in einem Atemzug mit genannt werden, die um 17:20 ihre Show präsentieren durften. Und wie sie dies taten: Alleine der Song 'Chainheart Machine' verdeutlichte dies mit Emotionen, Energie und musikalischer Klasse. Soilwork waren bis dato der absolute Bringer des Freitags.

Auf gleichem Niveau aber rangieren die im Anschluss sich auf der Pain Stage austobenden Disbelieve, die gleich schon mit ihrem Opener 'Misery' eine Masse zum Kochen brachte und ausnahmslos zu überzeugen wusste. Die Emil Bulls hatten es dann um 18:30 schon ganz schön schwer, diese hohe Vorgabe zu übertreffen. Dies schafften sie nicht, trotzdem war der Gig sehr ordentlich und zu einem anderen Zeitpunkt (nicht nach Soilwork und Disbelieve) sicherlich auch ein Höhepunkt. The Bloodflowerz und The Gathering bedienten ihre Leute mit einer Portion Düsternis und gothischem Rock. Beide Bands hatten ihr Publikum voll im Griff und obwohl The Gathering als einer der Headliner auftraten und The Bloodflowerz nicht würde ich beide Bands auf eine Stufe bei ihren Live-Aufritten setzen, was aber nicht The Gathering runterziehen soll, sondern positiv den Mannen und der Frontfrau von The Bloodflowerz angerechnet werden kann.

'Epitaph' war der Opener der polnischen Todesfraktion Vader. Viele Fans vor der Bühne, ein guter Sound und eine gute Songauswahl machten den Gig zu einem Erlebnis. Obwohl ich mich nicht mit der Musik von Vader anfreunden kann, muss ich zugeben der Auftritt und die Live Atmosphäre hatten etwas besonderes, von daher - Kompliment!

Ein großes Kompliment muss auch ohne Frage nach Finnland gehen zu der um 21:30 aufgetretenen Formation Nightwish . Zum einen hat man mit dem neuen Bassisten (bzw. Sänger) Marco einen sehr großen Schritt nach vorne gemacht und zum anderen in der Auswahl der gezeigten Songs eine gute Wahl bewiesen. Sowohl Stücke vom aktuellen Album "Century Child" ('Slaying The Dreamer' - absoluter Kracher!!!) als auch Songs vom "Wishmaster"-Album und der älteren CDs. Das die Live Performance von Frontfrau Tarja nicht gerade der Hammer ist, ist glaub ich hinlänglich bekannt. Trotzdem versuchte die sympathische Finnin immer wieder ihrem Auftritt Farbe zu verleihen, was ihr auch gelang und bei den Fans auch sehr gut ankam.

Axxis durften danach auf der Pain Stage ran und hatten bei weitem nicht so viele Fans vor der Bühne wie Nightwish. Dies soll aber natürlich kein Maßstab für die deutschen Metaller sein, die ohne Frage die Leute vor ihrer Bühne begeistern konnten mit Songs wie 'Little Look Back' oder der Zugabe 'Kingdom Of The Night'.

Eine düstere Burg baute sich dann um halb zwölf auf der Main Stage auf: Dimmu Borgir kamen mit einem ewig lang zu erscheinendem Intro vom "Puritanical Euphoric Misantrophy" Album auf die Bühne und legten mit ihren ersten Songs und mächtigem Geknüppel ('The Inside And The Carthasis' oder 'Stormblast') richtig los. Für die Freunde der schnellen und eher unmelodischeren Songs auf jeden Fall ein sehr guter Beginn. Als dann aber mit 'Puritania' die Zeit der melodischen Songs eingeleitet wurde, kamen alle auf ihre Kosten. Im Großen und Ganzen kann man von einem gelungenen Aufritt der Norweger sprechen, auch wenn mehr Emotion und ein besserer Sound gefehlt haben.

Pain - Peter Tägtgren. Mehr muss eigentlich nicht mehr geschrieben werden, um die Klasse des Headliners am Freitag einzustufen. Wie immer wenn der Schwede mit seinen Mannen auf eine Bühne kommt (egal ob mit Hypocrisy oder Pain) toben die Fans und man kann einen super Auftritt erwarten. Genau dies war auch an diesem Tag wieder der Fall: 'Suicide Machine' und 'Shut Your Mouth' kann man da wohl als beste Beispiele nennen, da beide Songs ausgelassen zelebriert wurden und die Fans mit einem Lächeln auf dem Gesicht vom Gelände beförderte.

Freitag - ein super Tag mit vielen Höhepunkten!



Der Samstag morgen begann ruhig und gemächlich, da man das Brett mit Dimmu Borgir und Pain vom gestrigen Abend noch in den Knochen stecken hatte. Y Not, Furbished Face und The Blue Season spielten vor sehr sehr wenig Zuschauern eine solide Show ohne großes Geschnörkel. Aber zum fit werden war das genau richtig. Um kurz vor 13:00 kamen Ewigheim auf die Bühne und versammelten erstmals seit My Deepest Hate kurz davor eine größere Crowd vor der Pain Stage. Ewigheim spielten zu Dritt ohne Drummer mit ihrem Industrial einen guten Gig herunter, besonders der Song 'Ewigheim' war einigen Leuten vor der Bühne soweit bekannt, dass sie den Refrain mitgröhlen konnten. Ashes You Leave aus Kroatien waren im Anschluß daran ein größeres Zugpferd, was wahrscheinlich nicht zuletzt daran lag, das die Frontfrau doch auch fürs Auge einiges zu bieten hatte. Natürlich aber nicht nur fürs Auge, sondern auch fürs Ohr gabs astreinen Gothic-Metal mit mal schleppenden, mal schnellen Gitarren und einem grunzenden Sänger im Background, der Farbe in die Musik brachte. Abgelöst wurden die Kroaten durch die Eidgenossen der Hard-Rock Band Crystal Ball, die mit ihrem mittlerweile dritten Album einiges Material live zu bieten hatten. In meinen Augen aber bewies der Sänger mehr als unterdurchschnittliche live-Qualitäten, was die Vorfreude auf Flowing Tears aber nur noch vergrößerte. Zuvor durften aber noch die ebenfalls aus dem Land der Schokolade stammenden Thrasher Gurd und die dänische Metal-Combo Raunchy ihr können unter Beweis stellen, was ihnen gut gelungen ist. Dann endlich kamen Flowing Tears auf die Main Stage, allen voran Sängerin Stephanie Duchene, die mit ihrer beeindruckenden Stimmvielfalt auf ihrem aktuellen Album "Serpentine" viele Fans beeindruckt hat. Die Jungs aus unseren Landen legten einen Gig hin, der von Emotionen her nur so strotzte: Die größtenteils traurigen Songs aber auch die gehimnisvollen und mystischen Songs wie beispielsweise 'Merlin' beeindruckten die vielen Leute genauso wie die ästhetischen Bewegungen zur Musik von Front-Schönheit Stephanie. Bis dato war dieser Gig für mich das Highlight des Samstags - eine perfekte Kombination aus musikalischer Klasse, atmosphärischer Stimmung und guter Show durch die Fronfrau!

Da hatten es Undertow schwer, mit ihrem klassischen Heavy-Metal die in eine Traumwelt entführten Fans wieder in die Realität zurückzuholen. Den deutschen gelang dies aber doch sehr gut und die Zuschauer waren begeistert.

Amon Amarth, die Mannen vom Schicksalsberg waren im Anschluß daran die nächsten, die ihre vor Power nur so triefende Show präsentieren konnten. Wie schon oft in diesem Jahr sprühte die Energie von Melodic-Death Songs wie 'Masters Of War' oder 'Bastards Of A Lying Breed' auf das Publikum über und die Haare flogen nur so im Wind. Ganz anders hingegen überzeugten die Holländer von Within Temptation ihre Fans: Ein riesiges Bühnenbild mit grünen Kakteen und eine Frontfrau (die gutaussehenden Frauen dominierten den Samstag Nachmittag...) im knallroten Kostüm im Kontrast zu dem grünen Bühnenbild sorgte wiederum für hüpfende Augen. Mit ihrem orchestralen Metal hatten sie sofort viele Anhänger gefunden. Ganz besonders überrrascht war Frontfrau Sharon von den vielen orangenen Hüten im Publikum, die sie als holländische Fans ausmachte. Die orangenen Hüte aber waren vorher von einem Sponsor unter die Leute gebracht worden, sehr zur Freude der Holländischen Band.

Die Apokalyptischen Reiter sind für mich einfach ein Phänomen: Krasse Ansichten, krasse Musik, krasse Leute - einfach nur geil! Genau dies trifft auch auf den Auftritt zu, der regelrecht zelebriert wurde. 'Erhelle meine Seele' oder 'Unter der Asche' sorgten für die totale 'Reitermania' und man kann die Apokalyptischen Reiter genau wie die im Anschluß auf der Main Stage arschtretenden Brainstorm auf jeden Fall zu den Gewinnern des Summer Breeze zählen!

Brainstorm sind sowie momentan einfach eine der angesagtesten Power Metal Bands aus den deutschen Landen. Unglaublich wie viel Speed und Melodien in den Songs versteckt sind und wie schnell man sich da doch die Nackenmuskeln zerren kann. Einfach Spitze!

End Of Green sorgten danach mit Gothic Mucke wieder für etwas Beruhigung in den Massen mit ihrem doomig angehauchten Gänsehaut-Sound und den bedrückenden Liedtexten. Trotzdem: ein voller Erfolg!

Wie geschaffen war diese Stimmung natürlich für die Finnen von Sentenced, um ihre ebenfalls düstere Musik zu präsentieren. Viele Fans, gut gelaunte Musiker und ein cooler Sound gaben für Sentenced den Ausschlag für einen sehr guten Gig. Songs von "Amok" bis zur aktuellen CD "The Cold White Light" erfreuten die Fans und sichtlich auch Ville & Co auf der Bühne. Die obligatorische Flasche Jägermeister (oder Wodka...) durfte natürlich auf der Stage wieder nicht fehlen und die vielleicht neue Sentenced Hymne 'Excuse Me While I Kill Myself' als Abschluss auch nicht. Ein großes Lob an die Finnen!!!

Eine Reunion von Stromwitch konnten die vielen gespannten Fans danach erwarten und wurden keinesfalls enttäuscht. Wie schon auf dem WOA überzeugten die schon erfahrenen Jungs der Sturmhexe voll und ganz mit ihrem Querschnitt über alle Alben. Mit knapp einer Stunde Spielzeit aber waren bei weitem noch nicht alle zufrieden und forderten mehr, leider konnte diesem natürlich nicht nachgegangen werden, trotzdem wiederum ein Kompliment an die Band für einen tollen Auftritt!

Samael hatten um kurz vor 22:00 im Anschluss an Stromwitch eine perfekte Lightshow und viele Pyroeffekte zu bieten, die besten auf dem Summer Breeze in diesem Jahr. Musikalisch kam man nicht ganz an das sehr hohe Niveau der Lichteffekte heran, eine Stunde Spielzeit und dieser Headliner Platz wären durch eine andere Band vielleicht besser besetzt gewesen.

Prime sth kannte vor dem Auftritt auf der Pain Stage kaum jemand. Wieso spielten die Jungs dann an solch einer perfekten Zeit? Die Show war gut, die Musik auch, aber um eine Band zu fördern kann man auch andere Methoden einsetzen, als Promo-CDs während eines Gigs zu verteilen. Tut mir leid, aber ich hätte lieber eine andere Band zu diesem Zeitpunkt auf der Stage gesehen, die sich diesen Platz erarbeitet hat (soll nichts gegen Prime sth sein!).

Paradise Lost, der Headliner des Summer Breeze, betraten im Anschluss daran die Main Stage und ich denke alle Besucher des Summer Breeze hatten sich eingefunden um Zeuge zu werden. Viele Songs vom aktuellen Output "Believe In Nothing" wie beispielsweise der geile Song 'Mouth' fanden zwar ihre Fans, mehr aber noch begeisterten ältere Sachen wie 'So Much Is Lost' oder der Klassiker 'As I Die' die zahlreichen Fans. Leider war der Gig insgesamt gesehen nicht der Bringer und einige zog es schon während des Auftrittes von der Bühne weg, was auch an der Songauswahl gelegen hat, bei der die beiden Alben "One Second" und "Draconian Times" doch sehr in der Gunst der Band lagen aber nicht der der Fans.

Als Abschluss des Summer Breeze 2002 durften Pro-Pain mit ihrem Hardcore den Besuchern den nötigen Tritt in den Allerwertesten verpassen, um die Leute vom Gelände zu befördern. Gelungen ist dies auch sehr gut, da die Jungs ihre gute Laune auf die Zuschauer übertrugen und ein würdiger Abschluss des Summer Breeze gefunden war.

Samstag - große Namen am Ende, einige Enttäuschungen, trotzdem ein würdiger Abschlusstag des Summer Breeze 2002!

Thomas Schmitt






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