Konzerte

Wacken Open Air 2003

31.Juli bis 02.August 2003

Wacken - Man kann ohne Frage von Magie sprechen, wenn dieses Wort im Gehörgang eines Metalfans erklingt, das es ohne Frage das Mekka für die Stahlgemeinde darstellt, das Dorf im hohen Norden von Deutschland.

Wie jedes Jahr wurden auch diesmal von der - ich will es jetzt schon vorweg nehmen - hervorragenden Organisation Neuerungen eingeführt, die das WOA noch ein bisschen attraktiver gestaltet haben.

So hatte man mit dem Festivalbändchen um das Handgelenk beispielsweise freien Eintritt in das Wackener Schwimmbad, welches zwar nicht das größte aber doch ein sehr gute Abkühlungsmöglichkeit darstellte, bei Temperaturen um die 30 Grad.

Zum ersten Mal in der 14-jährigen Geschichte hing auch eine Videoleinwand zwischen den beiden größten Bühnen (Black Metal Stage und True Metal Stage), die das jeweilige Geschehen auf den beiden Bühnen wiedergab oder in den Pausen die 30.000 Besucher mit ausreichend Informationen versorgte.

Für die Zeltplatzbesucher gab es auf dem Campinggelände einen Zusatzservice in Form von 4 Supermärkten mit humanen Preisen, um unter anderem der Problematik des Dosenpfandes entgegenzusteuern, denn was ist schon ein Open Air Festival ohne Dosenbier? Nicht dasselbe wie mit, von daher eine gelungene Initiative.

Beim letzten WOA gab es einige Beschwerden, der Bühnensound der Party Stage hätte sich mit dem Sound der True- bzw. Black Metal tage überschnitten, deshalb wurde die Party Stage weiter in Richtung Eingang aufgebaut, was zwar die Überschneidung nicht ganz verhindern konnte, dafür das ganze aber reduziert hat.

Wiederum wurden auch die Sanitären Anlagen verbessert und mehr Dixiehäuschen (auch extra für Mädels!) aufgestellt. Die Duschmöglichkeiten und die geniale Erfindung des Prince Body Wash wurden vom letzten Jahr übernommen und funktioniert genau so gut wie 2002. Lobend muss man auch das Personal insbesondere die Security erwähnen, die wirklich freundlich und höchstens mit einigen Ausnahmen unauffällig agierten, was das Festival zu einem sehr friedlichen Fest gestaltet hat, ohne eine einzige Schlägerei. Bei 30.000 Leuten und ordentlich Alkohol ist das doch Werbung pur für die Metalgemeinde, oder?

Circle II Circle:

Da ist er wieder! Zak Stevens, seines Zeichens ehemaliger Savatage Frontmann, hat mit seiner neuen Band bereits ein starkes Debütalbum vorgelegt, dass nun auf seine Livetauglichkeit getestet wurde. Und das auch noch als Eröffnungsgig auf dem diesjährigen Wacken. Um es gleich vorweg zu nehmen: Zu Begeisterungsstürmen konnten Circle II Circle nur bedingt hinreißen. Die Songs sind halt nur begrenzt zum Bangen geeignet und wurden daher mehr staunend (auf Grund der spielerischen Klasse) verfolgt als mitreißend abgefeiert. Exemplarisch hierfür seien einmal 'Watching In Silence' sowie 'Into The Wind' genannt. Ersterer versprühte durch seinen treibenden Rhythmus einen gewissen atmosphärischen Touch, während das zweite Stück durch seine balladesken Züge gepaart mit stampfenden Tempowechseln ein wenig Stimmung in die Bude brachte. Sehr schön kam auch das Bass Intro zu 'Sea Of White' rüber. Grund zum Ausflippen bestand jedoch erst, als Stevens 'Edge Of Thorns' von Savatage anstimmte, welches von dem Publikum begeistert aufgenommen wurde. Schließlich setzte man mit 'Sanatorium' von Metallica noch einen drauf. Zum Einstieg war dieser Auftritt ganz OK, wobei richtig Stimmung erst bei den erwähnten Coverversionen aufkam. (Oliver Bender)

Annihilator:

Mit Annihilator würden an diesem Donnerstag auch die härten Metalfans auf ihre Kosten kommen. Thrash Metal vom feinsten und mit ihrem Album "Waking The Fury" ein starkes Backup im Rücken legten die Jungs ordentlich was auf die True Metal Stage. Am meisten umjubelt vom neuen Album wurde dabei gleich zu Beginn der Killersong 'Ultramotion', dem die darauffolgenden Stücke wie 'Set The World On Fire', das alte aber sehr geile 'Never Neverland', das mit wunderbar abwechselndem Rhythmus versehene 'Imperaled Eyes' und der Annihilatior Klassiker 'Alice In Hell' in nichts nachstanden. Die ganz große Menge war es noch nicht vor der Bühne, trotzdem bangten die Fans ordentlich mit und machten Annihilator nicht zu einem vernichtenden Auftritt aber zu einem sehr guten Starter für das WOA 2003. (Thomas Schmitt)

Running Wild:

Mein erstes Mal mit Running Wild: Irgendwie hab ich es mir anders vorgestellt. Zur Überraschung aller war Angelo Sasso verhindert, sein Job übernahm Matthias Liebetruth. Die ersten 20 Minuten des Gigs können wir uns schenken, richtig los ging's für mich erst bei 'Riding The Storm' dass seit dem Livealbum mein absoluter Running Wild Fave ist. Dieser Track ist einfach nur eine Granate, vor allem der Doublebass sucht bei diesem Track seinesgleichen, schnelle Donnerschläge par Excellanze und straighte Gitarren, einfach nur geil. Leider waren Höhepunkte dieser Art rar. Irgendwie wollten die Tracks nicht zünden, die Ansagen von Rock'n'Rolf waren fast 1:1 vom Album übernommen und irgendwann nervt die Frage "Seit ihr gut drauf?" einfach nur noch. Zu allem Überfluss wurde noch ein Drum Solo gespielt, passend hierzu ein Kommentar meines Hintermannes: "Geh heim, wenn du's nicht kannst." Positiv überrascht war ich von 'The Brotherhood' dass auch live starke Qualitäten entfaltet. Als besonderes Bonbon wurde 'Apocalyptic Horse Men' gespielt, dass zu seiner Zeit für die "Under Jolly Roger" Scheibe geplant war, es aber nicht auf das Album geschafft hat. Dennoch: Richtig geknallt haben lediglich die Klassiker wie 'Prisoners Of Our Time' oder natürlich auch 'Under Jolly Roger'. Ein krachendes Feuerwerk nach dem letzten Track besiegelte den Auftritt von Running Wild, täuschten aber nicht darüber hinweg, dass der Gig über durchschnittliches Format nicht hinauskam. (Oliver Bender)



The Crown:

Schwedisches Blei hatte sich auf der Black Metal Stage angekündigt mit The Crown und ihrem Death'n'Roll. Ein unglaublich lauter und rollender Double Bass, der fast schon etwas zu laut die anderen Instrumente überstimmte blies dem vollen Haus vor der Bühne die Ohren weg. Eindeutig bestes Stück war für mich der Song 'Blitzkrieg Witchcraft', den der doch sehr behaarte Sänger im Rahmen der Racing The World-Motto Tour auf dem Wacken Open Air schon fast zelebrierte. Ein wirklich gelungener Auftritt der Schweden, der durch ein Drum - Spektakel sehr sehens- und hörenswert war! (Thomas Schmitt)

Seventh One:

Das Debütalbum "Sacrifice" der schwedischen Powermetaler war ordentlich, aber nicht gerade überragend. Der 30-minütige Gig auf der Party Stage hingegen machte Lust auf mehr. Die Songs knallen live ganz anders als auf dem Album, selbst eher durchschnittlichere Stücke transportieren sehr viel Power und ließen die Menge ordentlich abbangen. Sänger Rino machte einen sehr souveränen Eindruck und meisterte auch die höheren Tonlagen sehr sicher. Sehr geil kamen vor allem die tieferen und aggressiveren Vocals des Leadgitarristen rüber, die im Kontrast mit der hohen Stimme des Frontmannes eine starke Paarung ergaben. Leider gab es vor 'Sacrifice' gehörige Soundprobleme, was vor allem dem Drummer sauer aufstieß, der vor Wut seine Sticks in die Ecke schmiss. Der Sound war auch bei den nachfolgenden Tracks nicht gerade das Gelbe vom Ei, die Band ließ sich aber davon nicht weiter beirren. Gespielt wurden u. a. 'Crimson Sky', 'Hallowed Ground' und zum Abschluss 'Shadow Of Your Soul'. Ein ansprechender Gig, mit dem die Schweden einige neue Fans hinzugewonnen haben dürften. (Oliver Bender)

Diamond Head:

Im Programmheft stand, Diamond Head sind eine Band die ihrer Zeit immer einen Schritt voraus war und deswegen nie den ganz großen Durchbruch geschafft haben. Aha. Ob es nur wirklich daran gelegen hat, steht in den Sternen. Der Name war mir zwar geläufig, ein Album der Herren hatte sich bis dato aber noch in meinen CD-Player verirrt. Und das ist auch gut so, denn der Auftritt erweckte nicht gerade den Anschein, etwas verpasst zu haben. Im Gegenteil: Die Stücke entfachten weder Glanz noch Gloria, ein laues Lüftchen beschreibt das Ganze besser. Hard Rock mit progressiven Elementen, aber bloß nicht zu schnell gespielt. Das mäßige Tempo der Songs schien auch dem Sänger nicht gut zu bekommen, der auf der Bühne unter akuter Einschlafgefahr litt. Lediglich 'Am I Evil' (dessen sich auch Metallica schon angenommen haben), konnte wenigstens ein bisschen Flair verbreiten. Fazit: Der ideale Auftritt, um die Steaks auf den Grill zu schmeißen oder sich einfach mal das Festivalgelände anzuschauen. (Oliver Bender)

V8 Wankers:

Achtung, die Hesse komme. Dieser Spruch galt nicht nur für uns, sondern auch für die V8Wankers, die sich aus Offenbach in den Norden aufgemacht haben, um die W.E.T Stage zu stürmen. Rock'n'Roll bis der Arzt kommt war angesagt. Der Fünfer gab auf der Bühne schon ein imposantes Bild, Tätowierungen so weit das Auge reichte. Nicht mehr zu toppen war Frontmann Lutz Vegas, der sprichwörtlich von oben bis unten vollgepinselt war. So wild die Offenbacher erschienen, so wild war auch ihr Auftritt. Die Fünf traten gehörig in den Hintern und ließen sich auch nicht von dem hundsmiserablen Sound in dem Zelt aus der Ruhe bringen. Das Mikro setzte gleich zwei mal aus, was sich später bei anderen Bands noch wiederholen sollte. Überaschenderweise wurde vom aktuellen Album nur 'Rock'n'Roll Dictator' gespielt, ein Track im Stile von AC/DC. Die restlichen Stücke stammten überwiegend von der Vorgängerscheibe und rockten genauso stark: 'Rock'n'Horse' (in Anlehnung an Lutz' Vorliebe für Schaukelpferde in seiner Kindheit), 'Demolition Man' und wie sie alle hießen, brachten die Fans ins Schwitzen. Für Abhilfe sorgte dann der Frontmann persönlich, der einen Eimer Wasser in die Menge schmiss. Den hätten sie auch selbst gut gebrauchen können wie die Jungs auf der Bühne agierten, energiegeladen bis in die Haarspitzen. 'This One Is For You Baby' läutete dann das Ende einer starken Vorstellung ein, bei der sich Band uns Fans gemeinsam verausgabten. (Oliver Bender)

Dismember:

Auf Dismember war ich sehr gespannt, hatten mir doch vorher Kollegen gesagt, ich solle mir die Jungs auf jeden Fall anschauen, da ich sie vorher noch nie live erleben durfte. Ein großes Bühnenbild mit den Köpfen der Schweden im Kreis angeordnet um den Schriftzug der Band wie beim Cover von 'Pieces' lud ein zu einem Todesbrett mit ordentlich Druck auf den Lautsprechern. Eine sehr imposante Show mit charismatischen Musikern (insbesondere Sänger Matti Karki) und Songs wie 'Dismembered' oder 'Of Fire' konnten die zahlreichen Fans vor der Black Metal Stage in Ekstase versetzen. Geiler Auftritt! (Thomas Schmitt)

Dark Age:

2 ungedrehte Kreuze auf beiden Seiten der Bühne ließen erkennen, dass die Pinneberger Jungs von Dark Age bald die Party Stage betreten sollten. Mit "The Silent Republic" haben die Dark bzw. Black Metaller ein starkes Album auf den Markt gebracht, welches auch stark in ihrer Setlist vertreten war. Sehr schön atmosphärische Keyboards erklungen zu den dunklen Growls und machten den Auftritt zu einer großen Party in der Menge, da auch bangfreundliches Material am Start war. Nachdem ein doch sehr großes Moshpit vor der Bühne entstanden war kommentierte dies der charismatische Sänger mit den Worten "Ist das hier eine Suicide Crew, oder was?". Recht hatte er, da Dark Age ordentlich gerockt hatten! (Thomas Schmitt)

Freedom Call:

Die Erben von Helloween hatten geladen und zahlreiche Besucher nahmen die Einladung vor der True Stage an. Die starke Orchestrierung auf den Alben macht es der Band live natürlich nicht einfacher, zumal die Combo größtenteils auf Einspielungen verzichtet. Als ich sie das letzte mal mit Blind Guardian gesehen habe, hat man das auch deutlich gespürt. Doch dieser Auftritt hier war um Längen besser. Die Keyboards hatten einen kraftvollen und dennoch weichen Sound, Sänger Chris Bay erwischte zudem stimmlich einen Sahnetag, dass gesamte Arrangement passte sehr gut zusammen. Daniel Zimmermann konnte sich an den Drums für seinen späteren Auftritt mit Gamma Ray schon mal warm spielen. Hymnen wie 'Land Of The Light' oder 'Heart Of The Rainbow' bestanden auf Anhieb ihre Livetauglichkeit. Zu meinem Erstaunen wurde auch das 9 Minuten Epos 'The Quest' gespielt, ein mystischer und zugleich treibender Track mit sehr vielen Tempowechseln. Der Song wurde sehr gut rübergebracht, auch wenn man bei diesem Stück die fehlenden Chöre am Deutlichsten spürte. Womit wir auch beim einzigen Manko wären: Die Backgroundvocals waren so gut wie nicht zu hören, in dieser Hinsicht war Chris Bay Einzelkämpfer. Ansonsten machten Freedom Call ordentlich Stimmung, bauten bei 'Warriors' auch einen Part fürs Publikum ein, dass die Band ohnehin frenetisch anfeuerte. Dies belegten auch die stürmischen Zugaberufe nach dem letzten Track 'Freedom Call', die kaum verstummen mochten. Der Gig war auf jeden Fall eine positive Überraschung und eine deutlichere Steigerung zu früheren Auftritten. (Oliver Bender)

Sentenced:

Sentenced sind eine Institution und ein großer Publikumsmagnet, da ihre Musik einfach unter die Haut geht und sehr viele Emotionen in sich birgt. Kein bisschen anders war es diesmal beim Auftritt auf der Black Metal Stage vor einer sehr ordentlichen Menge Leute, die sich über spiel- und trinkfreudige Ville (mit T-Shirt Aufdruck "Super-Gay") und Co. aus Finnland freuen durften. Nachdem das Intro der aktuellen Scheibe "The Cold White Light" eingespielt wurde, versagte leider nach wenigen Sekunden die Technik. Ohne große Verunsicherung aber begannen Sentenced als wäre nichts passiert mit ihrem ersten Song 'Noose', der zwar als Übergang zum Intro gedacht war, aber trotzdem gut funktionierte. Viele neue Stücke wie beispielsweise das gefühlvolle 'No One There' oder 'Lepenthi' aber auch Klassiker wie der 'Suicider' oder 'Sun Won't Shine' verwöhnten das Publikum und ließen die Stunde mit den Finnen sehr kurzweilig vorkommen. Überraschenderweise spielten Sentenced ihre Version von Maidens 'The Trooper', allerdings nicht in der Death Metal Version sondern mit cleanen Vocals. Von mir aus hätte dieser Gig ohne Frage etwas länger dauern können, da ich Sentenced schon lange nicht mehr mit solcher Spielfreude erlebt habe! (Thomas Schmitt)

Lotto King Karl:

Nun folgte einer der wohl umstrittensten Auftritte auf dem diesjährigen WOA Lotto King Karl, der "Künstler" aus Hamburg teilte die Mettalheads in zwei Lager. Einige waren über seinen Auftritt begeistert der aber mit etwas mehr "Blödeleien" versetzt werden könnte sagte mir ein Mettalhead. Andere wiederum waren so aufgebracht dass sie Ihn am liebsten verprügelt hätten, ihrem Ärger aber dann doch nur mit einem Plakat Luft machten. Der Hamburger zeigte zwar eine ganz ordentliche Bühnenshow, doch der Auftritt von Lotto King Karl war trotz der vielen Fans nicht wirklich ein Highlight sondern bestenfalls ein Lückenfüller. Außer das er ein paar ganz nette Lieder geträllert hat wie z.B. 'Pissen im Stehen', wo ihn die Fans mit Melonen beworfen haben und 'Ballbesitz', war nicht wirklich zu erkennen dass dieser Mann auf dem WOA was verloren hat. Es war halt nicht sein Tag, wollen wir die Kritik mal so verlauten lassen. Mein Fall war es nicht, anderen hat es gefallen und damit solle es auch gut sein. Sollte er nächstes Jahr nicht mehr dabei sein wird dies sicherlich keinen stören. Aber bei der nächsten Rüsselsheimer Kerb wird er mit Sicherheit der Star sein. Also Karl komm zu uns nach Hessen. (Sami)

Primal Fear:

Obwohl mich die Band auf der letzten Tour mit Rage nicht vollends überzeugt hat, musste ich mir den Auftritt schon allein wegen Ralf Scheepers anschauen. Meiner Meinung einer der besten Metal Shouter mit einem Organ, dass selbst Tote wieder zum Leben erwecken dürfte. Während im Hintergrund der stählerne Adler auf die Menge herabblickte, legte die Band mit 'On A Mission' furios los. Hier spürte man sofort, dass die Jungs unheimlich spielfreudig wirkten, der Übergang von Gitarrist Henny Wolter zu Tom Naumann hat reibungslos geklappt. Weiter ging's mit dem Reißer 'Nuclear Fire', sowie dem genialen Stampfer 'Under Your Spell', dass einige starke Gitarrenläufe zu bieten hatte, der großartige Gesang von Ralf wurde verstärkt noch einmal bei 'The Eye Of An Eagle' deutlich. Als kleinen Vorgeschmack auf das nächste Album wurde zudem ein brandneuer Track namens 'Sea Of Flames' gespielt. Ein sehr cooler Uptemposong, der einiges verspricht für die neue Scheibe. Als absoluter Priest Fanatiker wurde bei mir die Freude noch größer, als die Band das geniale 'Metal Gods' anstimmte. Zwischendurch ließ Ralf auch mal ein paar Töne vom Publikum nachsingen und stimmte für den Bruchteil einer Sekunde R. Kelly an, was zur allgemeinen Heiterkeit beitrug. Im weiteren Verlauf folgten noch 'Angel In Black', 'Let The Fire Rise' sowie als Zugabe 'Silver & Gold'. Ein sehr geiler Auftritt von Primal Fear, der eine Stunde Dauerbangen verursachte. (Oliver Bender)

Symphorce:

Das musikalische Schaffen von Symphorce ist bis dato an mir vorbei gegangen, doch wenn ein Andy B. Franck dort sing, muss es einfach gut sein. Der Frontmann von Brainstorm begeisterte bereits beim Bang Your Head durch seine Show und seine überragende Stimme, sodass die Vorfreude sehr groß war, auch wenn der Auftritt in der W.E.T. Stage stattfand. Wie auch schon bei den V8Wankers, hatte die Band unter einem extrem beschissenen Sound zu leiden, dass Mikro fiel zwischenzeitlich auch mal wieder aus. Ansonsten boten Symphorce einen starken Auftritt. Musikalisch durchaus mit Brainstorm zu vergleichen, auch wenn der typisch amerikanische Einfluss nicht so stark vorhanden ist. Die Songs knallten auf jeden Fall, was man wohl auch außerhalb der Stage mitbekam, da das Zelt im Verlauf des Gigs immer voller wurde. Diese Tatsache gefiel auch der Band, Andy bedankte sich gleich mehrmals für die Unterstützung und den verwirklichten Traum, in Wacken spielen zu dürfen. Von den Titeln sind mir noch 'Drifted' und 'Until The Last' in Erinnerung. Fakt ist: Symphorce haben ordentlich in den Hintern getreten und lieferten eine mitreißende Show. (Oliver Bender)

Die Apokalyptischen Reiter:

Ja, da leck mich doch einer am Arsch, wie geil waren denn die Apokalyptischen Reiter?
Schwer in Worte zu fassen, deshalb diese Gedanken als die Jungs auf die Bühne kamen und der Opener 'Seid Willkommen' erklang. Eine wahres Fest begann nachdem die Worte Odin's vorüber waren und mit 'Vier Reiter stehen bereit' der erste Track vom aktuellen Album "Have A Nice Trip" gespielt wurden. Passender hätten die Titel nicht lauten können, genau die die Musik und das Stageacting der überaus spielfreudigen Gesellen. Keyboarder Pest kam mit einer Fetisch Leder Maske auf die Bühne, der Rest der Band verteilte Bälle - groß und klein - im Publikum, die immer wieder angestoßen wurden und somit die Stimmung hochhielten. Eine sehr coole Idee wie ich finde! Als dann 'Reitermania' erklang flippte die Masse vor der Party Stage ganz und gar aus und es gab Stagediver en masse. Mit 'Das Paradies', 'Terra Nola', 'Warum?' und 'We Will Never Die' war das aktuelle Album in der Setlist gut vertreten, die Vergangenheit der Reiter wurde mit 'Erhelle meine Seele', 'Unter der Asche', 'The Iron Fist' und 'Licked By The Tongues Of Pride' aber auch sehr hoch gehalten. Alles in Allem einer der besten Bands des Wacken, ich hoffe die Jungs werden wieder eingeladen und dürfen auf eine der beiden großen Bühnen spielen, das Zeug dazu haben sie! (Thomas Schmitt)

Gamma Ray:

Von 0 auf 100 in 5,3 Sekunden. Das schafft nicht nur ein Porsche Carrera, Gamma Ray sind ebenfalls dicht dran. Nonstop den Fuß auf dem Gaspedal, genau deswegen freue ich mich jedes mal wieder, die Band live zu sehen. Los ging's mit 'Gardens Of The Sinner' von der "Power Plant", bei dem man sich schon mal schön warmbangen konnte. Drummer Daniel Zimmermann, bereits warmgespielt von seinem Freedom Call Gig, ließ die Basedrums vibrieren und gab zusammen mit Basser Dirk Schlächter den gewohnt schnellen Rhythmus vor. Ein Phänomen nach wie vor ist Kai Hansen, der an diesem Tag exzellent bei Stimme war und zusammen mit Henjo Richter ein ums andere mal starke Soli aus dem Ärmel schüttelte. Was soll man zur Setlist sagen? In anbetracht der zahlreichen Hochkaräter, die Gamma Ray verzapft haben, kann man nicht viel falsch machen: Demzufolge gab es mit 'No World Order', 'Heart Of The Unicorn' oder 'Heaven Or Hell' gehörig was auf die Lauscher. Mit ein Höhepunkt war auf jeden Fall 'Rising Star', dass durch seine zahlreichen Tempo- und Rhythmuswechsel live absolut knallt. Stark auch 'Heavy Metal Universe', dass vom weiten Groß der True Metal Stage engagiert mitgegrölt wurde. Zum Abschluss und zur Abwechslung gab es mit 'Victim Of Fight' noch ein älteres Stück, dass eine klasse Show dem Anlass entsprechend krachend beendete. Mit einer der Höhepunkte von Wacken 2003! (Oliver Bender)

In Flames:

Für mich brach um diese Uhrzeit der Höhepunkt des diesjährigen WOA an, mein persönlicher Headliner In Flames kamen auf die Bühne. Eine riesige Feuershow mit einem extra für In Flames koordinierten Feuerwerk über der Bühne machte den Auftritt zu einem einmaligen Erlebnis. Anders Friden, Jesper Strömblad und Co. hatten einen so geilen Auftritt, dass noch lange davon gezehrt werden kann. Songs wie 'Cloud Connected', 'Clayman' oder das aktuelle 'Reroute To Remain' vom gleichnamigen Album brachte die Masse vor der Black Stage zum Kochen. Als Beispiel haben zwei Japaner neben mir die ersten Lieder so hart mitgebangt, dass sie mir deutlich signalisierten, die Nackenschmerzen ließen es nicht mehr zu, den ganzen Gig lang in diesem Maße abzugehen. So ging es vielen Leuten, die mit In Flames den heimlichen Headliner gesehen und gehört haben und dementsprechend glückliche oder besser gesagt erschöpfte Gesichter man im weiten Rund der Black Stage erblicken konnte. Einsame Klasse! (Thomas Schmitt)

Twisted Sister:

Während mein Kollege Thomas die Absage von Iced Earth nur zähneknirschend hinnahm, dachte ich mir nur noch Yeeeesssss! Nicht, dass ich was gegen Iced Earth habe, doch Twisted Sister sind ja schließlich nicht irgendein Ersatz. Ich durfte die Kultband ja bereits beim Bang Your Head sehen. Leider haben wir die letzten 30 Minuten verpasst, von daher gab es erheblichen Nachholbedarf. Wie in Balingen hat es auch diesmal wieder eine ganze Weile gedauert bis die Amis die Bühne betraten. Doch was lange währt wird endlich gut, 'What You Don't Know' war der Startschuss zu 1 ½ Rock'n'Roll, die noch lange in Erinnerung bleiben werden. Twisted Sister sind mit Sicherheit das Paradebeispiel für eine packende und mitreißende Show. Also fragen wir doch mal jemand der sich damit auskennt: Dee Snider. Der Name des Frontmanns könnte auch im Lexikon unter Energiebündel stehen, immer in Bewegung, in Kontakt mit den Fans. Da traut man sich gar nicht wegzuschauen, man könnte ja was verpassen. Der Mann lebt Musik, dass merkte man auch bei seinen Ansagen, die nicht einfach nur auswendig gelernt wirkten. Neben den Gassenhauern 'Under The Blade', 'You Can't Stop Rock'n'Roll' oder 'The Fire Still Burns' erzeugte wie in Balingen auch schon das stampfende 'Destroyer' eine Gänsehautstimmung. Kommen wir nun zu dem Teil, der mir beim Bang Your Head vorenthalten wurde. Da wären zum Einen 'We're Not Gonna Take It'. Bei diesem Song kam mir der Gedanke, wie geil muss das sein, wenn du auf der Bühne stehst und 20.000 diesen Refrain mitgrölen. Die Masse konnte von diesem Stück nicht genug kriegen, sodass es zwei mal um jeweils eine Minute verlängert wurde. Zum Zweiten hätten wir da noch 'Burn In Hell'. Während des Stückes fuhr ein Podest unter den Drums nach oben, um das Schlagzeugsolo auch gebührend abfeiern zu können, starker Track, starkes Solo! Dee Snider bedankte sich vor dem Song 'The Price' noch einmal bei den Fans für ihre Unterstützung, die er im Gegensatz zum Pop oder Rap Bereich als die Treuesten ausmachte . Beim letzten Stück 'I Wanna Rock' wollte Dee bei jedem Refrain ein lautes Rock, die gestreckte Faust und einen Sprung des Publikums sehen. "I know that not all people will do it but the sick motherfuckers will do it". Da sich jeder von diesem Zitat angesprochen fühlte, war die ganze True Stage bei diesem Track in Bewegung. Und wenn Twisted Fuckin' Sister schon mal im Lande sind, werden sie auch ohne Zugabe nicht mehr entlassen: 'Come Out And Play' sowie 'S.M.F' als krönender Abschluss ließen die Leute noch mal ausflippen. Bleibt nur noch zu sagen: Twisted Sister haben gerockt wie die Sau, der Auftritte in Balingen und in Wacken waren wie Weihnachten und Ostern zusammen! (Oliver Bender)

Subway To Sally:

Nun war es endlich so weit. Nachdem In Flames aus Schweden und Twisted Sister die Bühnen verlassen hatten kamen sie endlich, die 7 Potsdamer von Subway to Sally. Für mich war es das absolute Highlight auf dem WOA. Schon mit dem ersten Song zeigten sie dem Publikum, dass dies sicher keine ruhige Nacht werden würde. Als die Crew um Eric und die Königin aller Geigerinnen Frau Schmitt die Bühne betraten tauchte sich die ganze Bühne ich ein rotes Licht überzogen aus einem Hauch von Nebel. Bei Songs wie 'Das Opfer', 'Traum vom Tod', 'Der Sturm' und noch vielen anderen ging das Publikum voll mit und genoss jede Sekunde der Show, aber die Krönung aller Gefühle war der Moment als Eric 'Ohne Liebe' anstimmte. Dieses Lied ging mit jeder Strophe mitten ins Herz. Als die mit viel Nebel und hervorragenden Licht Effekten und tollen Feuereinlagen geprägte Show zu ende war, übernahmen die Fans den Gesangspart. Mit Blut, Blut, Räuber Saufen Blut. Das ließen sich Frau Schmitt und Co. wohl nicht zweimal sagen und kamen wie erwartet zurück auf die Bühne um eine Zugabe zu spielen die es in sich hatte. Da die Show leider auch schon wieder nach 1 Stunde zu Ende war entfernte sich alles von der Bühne, doch war die Show wirklich zu Ende? Nein!! Es wurde noch eine zweite Zugabe zum Besten gegeben. Danach war aber wirklich Schluss und die Fans gingen zufrieden in Richtung der unzähligen Bierstände. In meinen Augen der beste Gigdes WOA. (Sami)

Lordi:

Auf Lordi waren viele Leute gespannt, wussten aber nicht genau, was sie erwarten sollten, da die Band zwar in Finnland sehr groß ist, hierzulande aber noch eher in Kinderschuhen spaziert. Zumal kam erschwerend hinzu, dass Lordi zu sehr später Zeit auf der Party Stage "gegen" Subway To Sally auf der Black Metal Stage antraten mussten, was ihre Wetten nicht grade gut stehen ließ. Als es dann noch einige technische Probleme gab und Lordi erst einige Minuten nach Subway anfingen zu spielen hatten sich die Unentschlossenen, die zwischen beiden Bühnen standen, um auszuwählen, wer in ihrer Gunst höher steht für die Institution Subway To Sally entschieden. So wurde es vor der Party Stage, die anfangs sehr voll war leider immer dünner, was Lordi aber keinesfalls verdient hatten. Sehr eingängige Sounds gepaart mit dem optisch ohne Frage besten Auftritt des WOA 2003 (Die fünf Finnen kamen allesamt mit aufwendig gestalteten Monsterkostümen auf die Bühne!!!) machten den Gig zu einem Erlebnis. Mir taten die sympathischen Finnen leid, dass ihre Leistung nicht in dem Maße honoriert wurde, dass sie verdient gehabt hätten, da sich der charismatische Sänger mit langen Gruselfingern und Axt-Mikrophone sehr viel Mühe gab und sich nach jedem Song mit einem schüchternen "Dankeschön" zum neu-einkleiden oder zum abstimmen des nächsten Songs verabschiedetete. 'Would You Love A Monsterman' oder 'Biomechanical Man' rockten sehr ordentlich und für mich gehörten Lordi zu den besten des WOA, zumal sie nach dem Auftritt in kompletter Montur (!) noch im Backstagebereich sich aufhielten und einen sehr sympathischen Eindruck machten! (Thomas Schmitt)



Graveworm:

Eine extreme Band wie Graveworm in die frühen Morgenstunden zu legen kann mit zweierlei Gefühlen betrachtet werden: Zum einen als "Wake Up Call", zum anderen als Qual für die noch jungfräulichen Ohren am neuen Tag. Für mich war es die erste Variante, die zählte, da die Tiroler einen guten Starter für den Samstag darstellten. Sänger Stefan Fiori machte einen sehr munteren Eindruck genau wie All-Time Favorite-Woman Sabine an den Keyboards. Brachiale Knaller wie 'Legions Unleashed' vom aktuellen Album "Engraved In Black" ließen die Leute bangen genau wie das ältere Stück 'A Dreaming Beauty' oder 'Dreaded Time' vom "Scourge Of Malice"-Album. Für mich der beste Song aber war 'Unhallowed By The Infernal One' durch seine rohe und kalte Atmosphäre, die wunderbare der unerbärmlichen Hitze entgegensteuerte. Graveworm könnten beim nächsten Mal ruhig etwas später spielen, damit mehr Zuschauer kommen! (Thomas Schmitt)

Holy Moses:

Nun nach all diesem Trubel ging es auf den dritten Tag zu. An diesem Tag sollten Slayer das Publikum erfreuen, aber dem war ja leider nicht so. Deswegen stand für ich am frühen Morgen um 11:00 im ursprünglichen Sinne Sinister auf dem Programm die aber leider nicht aufretten konnten und in Holy Moses einen würdigen Ersatz fanden. Sängerin Sabina überzeugte durch kraftvolle und teils aggressive Vocals, also der ideale Anfang für diesen Tag. Das Schmankerl beim Holy Moses Gig sollte das Duett von Sinister Sängerin Rachel und Sabina sein, nur leider hat die gute Rachel verschlafen, so dass es nicht zu diesem Duett gekommen ist. Das war aber auch nicht unbedingt nötig weil Holy Moses auch ganz gut allein zu Recht gekommen sind. Es war schon cool anzusehen wie diese Rothaarige Powerfrau dem Publikum und 11:00 Uhr morgens schon Beine macht. In meinen Augen ein perfekter Start in diesen letzten Tag. (Sami)

Twisted Tower Dire:

Obwohl Twisted Tower Dire ihr Album "Crest Of The Martyrs" in Deutschland aufgenommen haben (übrigens von Piet Sielck produziert), hat es zu einem Auftritt bislang noch nicht gereicht. Dann aber gleich, Wacken, nicht schlecht. Wenn man nicht gewusst hätte, aus welchem Land die Truppe stammt, hätte man es spätestens an Tony's Cowboyhut und halfordscher Sonnebrille erraten können. Genauso viel Schwung wie das Album verbreitete die Band auch auf der Bühne. Tony wunderte sich erst mal darüber, warum es nicht regnen würde, nahm den Sonnenschein aber dankbar an. Das Material stammte überwiegend von der aktuellen Scheibe, 'Ride With Us Tonight', 'By My Hand' und 'Fight To Be Free' machten der Party Stage alle Ehre. Die lockere Art der Amis übertrug sich auch auf das Publikum, dass von der guten Laune angesteckt ordentlich abfeierte. Da wurde Tony's Sohn in seiner Meinung auch gleich bestätigt. Auf die Frage seines Daddys, wo er lieber hinfahren möchte: Wacken oder Disneyland, kam prompt die Antwort: Nach Wacken natürlich! Das es sich gelohnt haben dürfte, dazu trugen auch TDD einen gehörigen Teil zu bei. Neben 'To Be A Champion' (1A Hammerfalltrack) und dem genialen 'The Daggers Blade' von "The Isle Of Hydra" kam man auch in den Genuss von 'The Witches Eye', ein supereingängiger Rocker, den Tony bereits vor Jahren geschrieben hat. Um noch eins oben drauf zu setzen, gab die Band anschließend noch 'The Trooper' von Iron Maiden zum Besten (wurde zuvor auch schon von Sentenced gespielt). Welche Version jetzt besser war, bleibt den Geschmäckern überlassen, eines steht aber fest: Twisted Tower Dire waren eine der positiven Überraschungen des Festivals und haben Lust auf mehr gemacht. (Oliver Bender)

Metalium / Weinhold:

Die Metalium Tour mit Edenbridge wird mir ewig in Erinnerung bleiben, denn es war mit Abstand das Konzert mit der wenigsten Besucherzahl, die wenigen Ungläubigen konnte man mit den Fingern abzählen. Da auch der Auftritt nicht allzu berauschend war, kam einem noch nicht mal der Gedanke in den Sinn: Sie hätten mehr verdient gehabt. Wesentlich mehr waren es nun vor der True Stage. Mein Interesse galt mehr dem Auftritt von Jutta Weinhold (Zed Yago), die zusammen mit der Band angekündigt wurde. Leider musste man eine geschlagene Dreiviertelstunde warten, bis die Rocklady die Bühne betrat. Was davor ablief, ist schnell erzählt: Durchschnittlicher Powermetal, durchschnittliche Show. Die Tracks zünden einfach nicht, der Stampfer 'Odin's Spell' oder das atmosphärische 'In The Name Of Blood' sind die berühmte Ausnahme. Das Hoffnung auf Besserung besteht, bewiesen Metalium mit 'Pain Cross In The Night', ein Uptempotrack des neuen Albums, das zur Zeit aufgenommen wird. Als ich schon die Hoffnung aufgegeben hatte, stürmte Jutta endlich die Bühne. Den ersten Track durfte die Rock Röhre allein singen und demonstrierte auf einzigartige Weise ihr unnachahmliches Stimmvolumen, klasse. Als krönendes Highlight gab es noch ein Duett mit Metalium Frontmann Henning (Zitat Jutta: "Na, Henning, willst du es mal mit mir machen?"). 'Rock'n'Roll' hieß das gute Stück, bei dem man nun wirklich nicht mehr still stehen konnte. Jutta bedankte sich anschließend noch bei Basser Lars Ratz, der die Idee zu diesem Auftritt hatte und natürlich auch den Fans. Fazit: Metalium Flop, Jutta top. (Oliver Bender)

Masterplan:

Jorn Lande ist in unseren Landen (Oh, was für ein cooles Wortspiel!!! ;o) ) ein sehr gern gesehener Gast, sowohl als Solokünstler (der "Worldchanger") oder mit der Ausnahmeband Masterplan - er rockt die Massen mit seinem charismatischen Gesang und seiner unglaublichen Stimme. An diesem Nachmittag sollte Wacken Geschichte geschrieben werden, beginnend beim Opener 'Spirit Never Dies' und endend beim Rausschmeißer 'Crawling From Hell' - eine einzige Party. Erstaunlich dabei ist, dass Masterplan nur dieses eine selbstbetitelte Album auf dem Markt haben, sie trotzdem (auch die gestandenen und bekannten Bandmitglieder) schon zur absoluten Spitze des Melodic Metal gehören! Songs wie 'Enlighten Me', 'Crystal Night' oder der absolute Knaller 'Kind Hearted Light' waren so unglaublich schön, dass einem schon fast die Tränen gekommen sind beim Hören, diese aber durch das Headbangen keinen Weg aus den Augen gefunden haben und ordentlich durchgeshaked wurden. Als kleines Bonbon gab es - wie auf der Tour - ein kleines Medley der Band in dem mit 'Sunset Station' unter anderem ein Stück von Jorn's Soloalbum enthalten war. Einfach ein traumhafter Auftritt! (Thomas Schmitt)

Soilwork:

Verdammt wie geil waren Soilwork?
In interessantem Klamottenstyle auf der Bühne (Sänger im Ferrari-Hemd, Bassist im blauen Shirt mit roten Punkten, Gitarrist im Schottenrock) enterten die junge Band die Bühne ohne jegliches Intro. Sofort wurde von 0 auf 100 geschaltet und Songs wie 'Distortion Sleep' oder 'Figure Number 5' vom gleichnamigen aktuellen Album rockten ordentlich ab. Sänger und Shouter Björn "Speed" Strid und seine Combo brachten ihr Feeling auf der Bühne mit einem Satz auf den Punkt: "We fu**ing love Wacken!" erschallte es aus den Boxen und man sah den Jungs die Spielfreude geradezu an! We love you, Soilwork! (Thomas Schmitt)

Eidolon:

Trotz starker Alben ist den Powermetalern aus dem Lande der Holzfäller der große Durchbruch bislang verwehrt geblieben. Dabei bringt die Band nahezu alles mit, was sich bei diesem Gig wieder bestätigte. Auch wenn man die Songs nicht kennt, wird man von dem straighten, kernigen Sound der Truppe sofort mitgerissen. Ein Blickfänger war mit Sicherheit Bassist Adrian Robichaud, der mit seinem 6-Saiter den Rhythmus vorgab und zudem ohne Plektrum spielte (erwähnenswert, weil selten genug). Natürlich durfte in der Setlist der Titelsong des überragenden letzten Outputs 'Coma Nation' nicht fehlen, u.a. waren auch 'Lunar Mission' und 'Life In Agony' auf dem Präsentierteller. Sänger Pat Mulock erinnerte so manches mal an Ralf Scheepers und beeindruckte neben seiner starken Stimme auch mit einigen coolen Screams. Das Zusammenwirken der Band kam sehr harmonisch rüber, vor allem die beiden Gitarristen wirkten durch ihr markantes Spiel unheimlich präsent. Eidolon haben mit diesem Auftritt bewiesen, dass sie live genauso explosiv sind wie auf den Alben. Also unbedingt mal in die Scheiben reinhören und sich auf das neue Werk "Apostles Of Defiance" (erscheint Anfang Oktober) freuen. (Oliver Bender)

Rage:

Die Drei Mann Combo ist für mich ein Phänomen. Vieles, was die Band bislang auf Platte gepresst hat, ließ mich vor Begeisterung nicht gerade Luftsprünge machen. Doch egal, was Rage live spielen, irgendwie hört sich das alles stark an. Man nehme nur mal 'Straight To Hell', den Soundtrack von 'Der Schuh des Manitu'. Bis auf das Anfangsriffing ein durchschnittlicher Track, der aber live wieder so viel Fahrt aufnimmt, dass man nur noch angesteckt mitbangt. Beispiel Nummer zwei ist 'From The Cradle To The Grave', dass während der einstündigen Show mit den zu den Highlights zählte und durch seine ruhigen und kraftvollen Passagen sehr viel Atmosphäre erzeugte. Ansonsten gab es natürlich auch ordentlich auf die zwölf, beispielsweise mit dem Opener 'Paint The Devil On The Wall', dem straighten 'Down' sowie 'Set This World On Fire'. Peavy überraschte mit neuer Frisur (er trägt jetzt Glatze), unterhielt das Publikum aber wie immer exzellent. Einmal mehr ein Genuss war das Gitarrenspiel von Victor Smolski, das einzgartige musikalische Können des Duos Smolski / Terrana wurde während auch während des Tracks 'Black In Mind' in Form eines Gitarren bzw. Drumsolos demonstriert. Dargeboten wurde auch ein Stück des neuen Albums "Soundchaser" ('War Of Worlds', ein straighter Heavy Metal Track), der die Vorfreude auf das neue Release gesteigert hat. Last But Not Least verabschiedete sich die Band mit dem fast schon legendären Track 'Higher Than The Sky', dass noch mal alles von den Fans abverlangte. Rage on stage - wie immer absolute Spitzenklasse. (Oliver Bender)

Dark Funeral:

Als ich mir dann noch die Band Dark Funeral angesehen habe gab ich dem Begriff Böse eine neue Bedeutung. Nun war klar, jetzt musste was kommen was sich von der ganze Masse abheben wird. Dark Funeral kannte ich bis zu diesem Zeitpunkt nur aus Erzählungen. Aber was ich dann zu sehen bzw. zu hören bekam begeisterte mich schlichtweg. Die Aggressivität und das sprichwörtliche Black-Geprügel begeisterte die Zuschauer von Song zu Song mehr. Schon im Vorfeld konnte man erkennen welche Zuschauer zu Dark Funeral wollten. Es waren natürlich die die am Bösesten ausgesehen haben und am liebsten Blut anstelle von Bier trinken würden. Es ist einfach erstaunlich bei solchen Temperaturen sich noch das Gesicht Schwarz weiß anzumalen und einen langen Mantel zu tagen. Zurück zum Musikalischen dieser besonderen Band. Sie zeigten einfach eine perfekte Show. Geprägt von der Aggressivität und doch auch melodischen Art Ihrer Musik konnten Dark Funeral an diesem Abend Akzente setzen und sicherlich ein paar neue Fans dazu gewinnen. Nebel und Licht waren auch hier wieder die Hauptbringer einer gelungenen Show. (Sami)

Kataklysm:

Dank der Band Slayer war es leider nicht möglich, Kataklysm zu sehen, da die Vertreter der Presse aufgrund der Anreise von Herrn Tom Araya und Co. nicht auf's Festivalgelände gelassen wurden.

Stratovarius:

Timo Kotipelto war einer der wenigen glücklichen, die im letzten Jahr noch unter trockenen Bedingungen ihren Gig absolvieren konnten. Da einem die Frage nach Regen bei diesem herrlichen Wetter gar nicht erst in den Sinn kam, scharrte sich eine große Menge vor der Bühne, um den Frontmann mit seiner Band Stratovarius zu sehen. Der Auftakt war schon mal verheißungsvoll, die Finnen ließen als Intro den Soundtrack von Terminator spielen, was schon mal sehr cool rüber kam. Ansonsten immer später im Set, eröffnete 'Kiss Of Judas' die Show, ideal zum mitshouten und mitbangen. Timo Kotipelto hatte hier und da ein paar kleine Aussetzer sprich die ganz hohen Vocals brachte er nicht immer souverän rüber aber insgesamt lieferte der Sänger eine solide Leistung ab. 'Find Your Own Voice' wurde diesmal von der Band nicht in der Setlist berücksichtigt (hätte Timo an diesem Tag wohl eh nicht gepackt), dafür spielten die Jungs das endgeile 'Soul Of A Vagabond', mit das beste Stück vom letzten Album "Elements Pt. I". Standesgemäß boten Stratovarius auch viel für's Auge, die Pyroshow war mal wieder erste Sahne (der krasse Gegensatz zu Slayer). Im Highspeedtempo ging's dann weiter, es folgten 'Legions Of The Twilight', 'Hunting High And Low', 'Speed Of Light' und 'Twilight Secret' von der "4th Dimension". Oder anders gesagt: Ein Knaller auf den nächsten. Jörg Michael jonglierte bei höchstem Tempo noch mit seinen Drumsticks während sich Bandleader Timo Tolkki zumeist im Hintergrund hielt. Nachdem auch 'Visions' und 'Paradise' abgefeiert wurden, folgte mit 'Black Diamond' der triumphale Abschluss einer wieder mal starken Vorstellung von Stratovarius, die live nach wie vor einen sehr hohen Standard vertreten. (Oliver Bender)

Slayer:

Was wurde ein Hickhack um diese Band gemacht, die Pressevertreter wurden eine halbe Stunde nicht auf das Festivalgelände gelassen, als die 4 Jungs aus dem Land der Herren der Welt eingefahren wurden zur Autogrammstunde. Die geplanten Interviews wurden mal schnell platzen gelassen, das eigentlich für eine Dreiviertelstunde angesetzte Meet & Greet mit den Fans wurde nur 15 Minuten abgehalten (Eine riesige Schlange stand an mit Postern, CDs und allerlei Stuff zum Unterschreiben - fast alle wurden enttäuscht!). In meinen Augen eine einzige Frechheit was die so vergötterten Amis abzogen!
Musikalisch ergab sich dann auch dasselbe Bild: Anfangs gar keine, gegen Ende einige mickrige Ansagen von Songs, einmal "Reign In Blood" durchgespielt und dazu noch einige andere Songs hinzugefügt, keine große Show, keine Pyros - eine Enttäuschung! Ich will noch weiter gehen: Was die wohl selbsternannten Herren der Welt hier abzogen war einfach nur lächerlich und Betrug an den eigenen Fans. Da lobe ich mir doch Bands wie Twisted Tower Dire, die denselben weiten Weg zurückzulegen hatten, mehr boten und einfach sympathisch auf der Bühne waren.
Von Slayer will ich nach diesem Auftritt nichts mehr wissen! (Thomas Schmitt)

Sonata Arctica:

Kommen wir nun zur letzten Band, die ich mir beim diesjährigen Wacken miterlebte. Angeschaut hab ich mir die Finnen nur, weil meine Neugier mal wieder siegte: Kann Sänger Tony live noch ne Schippe drauflegen oder bleibt alles beim Alten? Wichtig war zunächst mal einen mittigen Platz vor der Stage zu erhaschen, denn Vader (die zeitgleich auf der Black Stage spielten) waren nicht gerade leise. Ich weiß jetzt nicht, ob es wirklich an Tony lag oder am Bier, dass ich bereits intus hatte, aber das war der bisher beste Sonata Arctica Gig, den ich gesehen habe. Gradmesser für die stimmliche Leistung sind immer wieder 'Black Sheep' oder auch 'My Land', die Tony ganz passabel rüberbrachte, auch wenn die hohen Stellen zumeist mit aggressiven Vocals kaschiert werden. Sehr stark war das atmosphärische 'Replica', 'Full Moon' sowie 'Victoria's Street' von der aktuellen Scheibe "Winterhearts Guild". Spielerisch wirkte das Ganze sehr anspruchsvoll, die Keys waren auch gut zu hören (war ja auch nicht immer so) und lieferten sich mit dem Gitarristen packende Duelle. Je länger der Gig dauerte, desto mehr Spaß machte der Auftritt der Finnen, die es zum Ende des Festivals hin noch mal richtig krachen ließen. (Oliver Bender)

Onkel Tom:

Für mich war jetzt der letzte Gig auf diesem Wacken von Großem Interesse. Es war Onkel Tom der Sänger von Sodom. Nach dem ich Ihn schon im Metal Markt getroffen und mich ganz cool mit ihm unterhalten habe, bot er mir an bei seiner Show auf der Bühne mit dabei zu sein. Was ich mir natürlich nicht zweimal sagen ließe. Es war ganz interessant sich das ganze mal von oben anzusehen. Die Show begann mit einem einheizenden Pyro aus Sternen die vom Bühnenhimmel regneten. Als Onkel Tom nach dem 4 Lied ('Diebels Alt') ca. 25 Leute auf die Bühne holte um eine Große Party zu feiern war die Stimmung in dieser Nacht auf dem Höhepunkt angelangt. Er zeigte sein gesamtes Können, dass er sich in jahrelanger Bühnen Erfahrung angearbeitet hat, denn noch zu später Stunde erschienen Fans. Onkel Tom präsentierte sich zu Anfang mit einem, für mich unverständlichen, Schalke 04 Trikot, dass er aber später dann doch gegen ein normales T-Shirt tauschte. Es war einfach beeindruckend dort oben ein Teil seiner Fans zu sehen und diese Party mitzumachen. Es wurde bis fast 3:30 Uhr gefeiert und gesoffen. Auch für die Fans war einiges dabei, es gab nämlich einige Bierdosen die nach Parolen wie "Bier her, Bier her oder ich fall um" den Flug ins Publikum antraten. Natürlich stand bei seiner Show die Sauferei im Vordergrund, was auch die der Auswahl der Setlist zu sehen war. Songs wie 'Im tiefen Keller', 'Diebels Alt', 'Schnaps das war mein letztes Wort', 'Wenn das Wasser im Rhein...', 'Trink Brüderlein Trink' und 'Hawaii' waren einige Klassiker, die Tom zum Besten gab. Die Fans jedenfalls haben es ihm gedankt und wurden dafür mit zwei Zugaben belohnt. (Sami)

Fazit:

Lässt man sich die drei Tage im Kopf noch einmal durchlaufen und vergleicht sie mit dem letzjährigen WOA, kann man behaupten, dass es mehr Spaß gemacht hat, bessere Auftritte zu sehen waren und die Organisation weitaus besser gestaltet wurde. Zudem hat das Wetter fast optimal mitgespielt: Tagsüber heiß (schon fast zu heiß), abends kühler und nachts etwas Regen von Freitag auf Samstag, was sehr gut für die Plätze vor den Bühnen war, da ansonsten viel Staub in der sowieso staubigen Luft gewesen wäre.
Bandtechnisch war für einige die Absage des Headliners Iced Earth eine Hiobsbotschaft (unter anderem für mich), Twisted Sister aber haben diesen Ausfall für die meisten Leute kompensiert. Bis auf Slayer waren fast ausschließlich sympathische Bands zu sehen, die auch Backstage immer für einen Plausch gut waren und keineswegs Allüren hatten. Zudem haben einige Mannen von Dimmu Borgir, Saxon und anderen Bands, die nicht auf dem WOA spielten, den Weg nach Wacken gefunden um entweder ihre neue CD zu promoten oder um einfach nur Spaß zu haben. Diesen Spaß hatten wir von Evil Rocks Hard auch, Grüße gehen an Sascha und Ingo von Whiskey-Soda.de, die wir leider zu spät auf dem Gelände getroffen haben, uns dann aber für diese Zeit sehr angenehme Weggefährten waren.

Freuen wir uns also auf nächstes Jahr, als Headliner sind die Böhsen Onkelz bereits bestätigt, was das WOA 2004 auf jeden Fall noch einmal interessanter gestalten, dazu noch Nevermore, Saxon, Brainstorm und Grave Digger - man darf gespannt sein...

Fotos: Metaltix






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