Stories

Oktober 2003

Matze Erb und Marc O'Connor von Pussybox waren so freundlich unsere Fragen bezüglich ihres Albums "Anguish Means Control" zu beantworten...

Hallo Jungs, freut mich, dass ihr euch die Zeit nehmt mir ein paar Fragen zu beantworten. Fangen wir also an! In eurer Band-Info, die ich bekommen habe, steht außergewöhnlich wenig über die Person hinter Pussybox. Ist das von euch so gewollt?

Zur aktuellen Veröffentlichung gab es tatsächlich die Ansage der Band an das Label und die Promofirma, die Bandmitglieder so gut als möglich aus der Vermarktung raus zu nehmen. Die Songs sollten allein für sich sprechen. Wir sehen uns selbst als Musiker, nicht als Fotomodels. Deshalb stellen wir uns auf den Pressefotos auch durch Schaufensterpuppen dar. Das ist unsere Art gewisse „Businessregeln“ zu umgehen.

Dann verratet uns doch einmal etwas über euch!?

Die Band besteht neben mir am Bass und den Synthies, aus Bernd am Gesang und der Gitarre und Marc am Schlagzeug. Live begleitet uns Tourgitarrist Sebastian, um den Sound der Platte besser zu reproduzieren. That’s it.

Beschreibt uns doch bitte kurz euren Werdegang! (Wie kamt ihr zur Musik, woher kennt ihr euch,...)

Die Band gibt es 1997. Ich kam erst 2 Jahre später dazu, gerade rechtzeitig zur damaligen Maxi-VÖ und den Gigs auf dem Bizarre und Southside-Festival. Grundsätzlich unterscheiden wir uns, was den Werdegang angeht, nicht großartig von anderen Bands. Für jeden gab es eine Zeit vor Pussybox mit anderen Bands und Live-Erfahrung.

Wer von euch ist für die Texte zuständig? Und woraus entstehen diese?

Die Texte schreibt unser Sänger Bernd. Laut eigener Aussage beschreibt er dabei Bilder, persönliche Eindrücke. Dazu kann nur er genau Stellung nehmen, wobei er zur aktuellen Veröffentlichung bisher nur 1 Interview gegeben hat…

Euer Albumcover sieht sehr künstlerisch aus, hattet ihr etwas mit der Entstehung zu tun? Und in wie weit interessieren euch die Dinge um die Musik herum?

Für das Artwork arbeiteten wir mit Grafikern zusammen, denen wir im Vorfeld die Songs gaben mit der groben Vision der Band, abstrakte Vorschläge zu bringen. Sie sollten relativ frei arbeiten können und ihre Sicht der Musik grafisch reflektieren. Wir waren schon vom ersten Entwurf sehr angetan und haben dann nur noch Detailarbeit gemacht. Uns liegt sehr viel daran, die Musik auch auf anderen Ebenen zu präsentieren. Das ist der Grund dafür, weshalb wir den Überblick über alle Dinge, die da so um uns passieren, behalten wollen.

Am 1. September erschien euer Debüt-Album „Anguish Means Control", was bedeutet es für euch?

Das erste Album ist schon ein wichtiger Schritt für uns und deshalb sehr bedeutend, weil es uns im Besten Fall die Freiräume schafft, die wir brauchen um ein zweites und weitere Alben aufzunehmen, was im Moment für uns das wichtigste Ziel ist. Außerdem haben wir durch die VÖ die Möglichkeit, auch viel live unterwegs zu sein. Für die nächsten Monate stehen bereits über 30 Gigs an. Und es werden täglich mehr…

Wie werdet ihr mit Kritik umgehen, die möglicherweise aufkommt?

Dafür, dass das Album gerade mal ein paar Tage auf dem Markt ist, kam schon einiges an Kritik - positiv und negativ. Unser Ziel war es, zu polarisieren, was uns - glaube ich - ganz gut gelungen ist. Zum Beispiel bezeichnet uns einer eurer Kollegen als „wannabe-Depeche Modes im Elektrospielzeugladen“. Ein anderer spricht von den „Kraftwerk im Designerzeitalter“. Die Meinungen gehen da weit auseinander…

Ihr habt nun eine Promotion-Firma, einen Label-Deal, einen VÖ und eine geplante Deutschland-Tour, habt ihr nun das Gefühl „es" geschafft zu haben?

Ja.

Wie empfandet ihr die Arbeit an "Anguish Means Control"?

Die Studioarbeit war für uns in erster Linie anstrengend, weil es darum ging, unsere musikalischen Visionen dem Produzenten deutlich zu machen, was manchmal sehr schwierig war, da er uns zum Teil in einer anderen, weniger elektronischen Richtung gesehen hat. Hier musste erstmal „ein Weg“ gefunden werden.

Wart ihr das erste Mal für eine längere Zeit im Studio?

Bei den Aufnahmen zu unserer ersten Maxi waren wir insgesamt 2 Wochen im Studio. Für das Album nun über ein halbes Jahr. Wir haben dafür eine Studio-WG gegründet und sind zu Dritt nach Schongau gezogen.

Wie lange war denn die Vorlaufzeit für das Album?

An den 12 Songs, die es auf das Album geschafft haben, wurde insgesamt ca. 1 ½ Jahre bei Bernd im Kellerstudio gearbeitet bzw. vorproduziert.

Seit ihr zufrieden mit dem Ergebnis?

Schwierige Frage. Natürlich gibt es unzählige Dinge, die wir jetzt, mit etwas Abstand, anders machen würden. Ich würde sagen: Für die damalige Zeit und die Umstände haben wir an unserem Limit gearbeitet. Deshalb: Ja, zufrieden.

Was steht bei euch als nächstes an?

Wir werden jetzt erstmal ausgiebig touren und die Platte live präsentieren. Nach den Clubgigs geht es auf die Festivals, danach oder schon parallel dazu werden wir uns Gedanken über das zweite Album machen.

Irgendwas, dass ihr gerne noch loswerden wollt?!

Besucht unsere Homepage www.pussybox.de. Schaut das Video, hört die Songs, kommt zu den Konzerten. Das war’s.

Viele Dank und viel Erfolg!

Verena Kuhn