Stories

Juli 2003

In einem gemütlichen Straßencafe in der nähe von Bockenheim beantworteten mir Matze (Gitarre und Vocals), Lengo (Schlagzeug) und Crysler (Bass) von Sushimob folgende Fragen...

War das Statement zu eurem Namen bei Newcomer ernst gemeint? Hat euer Name wirklich was mit Walfang zu tun, oder war das nur ein Spruch?

Crysler: Das war eigentlich mehr ein Spruch…

Lengo: Aber mittlerweile stehen wir zu der Antwort, das ist jetzt fester Bestandteil geworden…

Also wäre die Antwort auf meine Frage, dass sich euer Name gegen den Walfang richtet?

Crysler: Wir haben uns schon schlau gemacht was die Walfang Methoden der Japaner angeht… (nach kurzer Pause… ) Okay, jetzt hier die wahre Geschichte wie unser Name entstanden ist!

Matze: Also Sushi ist der Trendbegriff der 90er, einfach alles war Sushi, nicht nur das Wort sondern auch was es darstellt: alles kompakt, kleingerollt und schnell…

Crysler: …Sushi Gesellschaft…

Matze: …und Mob ist im Prinzip das Gegenteil.

Lengo: Der Name klingt halt gut…

Wie kam es dazu dass ihr als Vorgruppe für Ash und Hives gespielt habt? Und wie war’s?

Matze: Also bei den Hives war es so das sie uns angerufen haben und gesagt haben: Hi, wir heißen jetzt Libertins und wollt ihr nicht vor uns spielen? (alle lachen) Nee, es waren nicht die Hives sondern die Libertins…

Ups… Vor welcher Band würdet ihr denn gerne mal auftreten?

Crysler: Du meinst die Band die vor uns auftritt… (alle lachen)

Lengo: Ash.

Matze: Ash waren sehr sympathisch…

Lengo: Die passen auch musikalisch.

Matze: Musikalisch gesehen wäre es bei mir Blackmail. Es ist nicht nur das mir die Musikrichtung zusagt, sonder sie ist auch ähnlich. Ich habe großen Respekt vor dem was die sich aufgebaut haben.

Viele der Frankfurter Newcomer Bands spielt Alternativ-Rock. Man spricht oft von einem Alternativ Hype in Frankfurt, wie steht ihr dazu? Wie seht ihr diese Entwicklung?

Matze: Altenative Hype?!?! Ich denke schon, dass sich was in Frankfurt tut, es ist nur schade, dass es keinen Laden gibt, in der sich abends die Szene trifft. Es gibt keinen Ort an dem man wirklich den Altenative Gedanken leben kann. Generell läuft in Berlin, Hamburg und Köln einfach mehr.

Crysler: Ich denke von einem Alternative Hype kann keine Rede sein.

Es ist typisch dass Newcomer-Bands mit allseits bekannten Bands verglichen werden. Bei euch findet das kaum statt – wie erklärt ihr euch das? Seht ihr das als einen Beweis für eure Individualität?

Matze: Irgendein Online-Magazin hat mal geschrieben, wir seien musikalisch zwischen Placebo und Nirvana, und ich sehe das ähnlich.

Man sagt oft ihr seit purer Alternativ Rock, ich habe teilweise gelesen „… nicht mehr und nicht weniger…“ wie steht ihr zu dieser Schublade? Fühlt ihr euch dadurch eingeschränkt?

Lengo: Nein, je simpler desto besser. Um so mehr Vergleiche eingebracht werden umso weniger kann sich der Einzelne eine Meinung bilden.

Matze: Diese Aussagen sind eigentlich immer subjektiv, aber ich denke für eine Newcomer Band auch sehr hilfreich, da sich darüber der Leser eines Reviews erfahren kann um was für eine Musik es sich handelt. Alternative find ich als Beschreibung etwas breit gefächert, wir versuchen natürlich, die „Sushimob-Schublade“ aufzumachen.

Mit einem Auftritt beim „Great big no Festival“ habt ihr euch in gewisser Weise politisch engagiert, in euern Texten allerdings findet man wenig Politik - in wie weit seht ihr euch als politische Band?

Lengo: Das ist in der Entwicklungsphase.

Matze: Wir haben eigentlich gar keine politischen Texte. Unsere Texte befassen sich viel mit zwischenmenschlichen Angelegenheiten, diese sind auch in der Politik als wichtige Rolle vor zu finden.

Crysler: Wenn man uns politisch einsortieren will, dann kann man ruhig sagen wir sind links politisch orientiert, aber wir sind alles andere als eine radikale Band.

Wie entstehen eure Texte? Was wollt ihr damit aussagen oder mitteilen?

Matze: Ich will mit den Texten den Leuten nicht sagen was sie zu tun haben, es geht auch nicht um das was ich empfinde, das Ganze soll eigentlich objektiv sein. Ich will, dass die Leute nach dem ganzen Zirkus um sie herum Abends die CD einlegen und etwas menschliches zurückbekommen.

Wie sieht es mit der Frankfurter Szene aus? Geht da was? Wer ist grade am kommen wer hatte schon immer was zu sagen?

Crysler: In meinen Augen ist sind die Monochors am kommen, da sie sich eine gute Basis geschaffen haben. Dazu kommt noch die Paul Dimmer Band.

Könntet ihr euch vorstellen bei „kommerziellen“ Veranstaltungen aufzutreten wie z.B. Top of the Pops oder dem Grand Prix?

Crysler: Ohne mich, da mach ich nicht mit. Ich habe keine Lust Playback zu spielen.

Matze: Wir würden nein sagen, die Plattenfirma würde ja sagen und wir würden es am Ende wohl doch tun. ( Lengo lacht )

Lengo: Wir würden uns beim Auftritt wahrscheinlich kaputt lachen, aber ein allgemeines nein würde ich jetzt nicht sagen.

Matze: Wir sind keine Chart-Band, und das wären wir auch nicht mit Vertrag…

Naja, ein bisschen Boy-Group steckt bei euch schon drin…

Lengo: Wir sehen nur so gut aus, allerdings machen wir andere Musik…

Crysler: Du musst uns mal Tanzen sehen… (Alle lachen)

Lengo: In unserer zweiten Identität sind wir eigentlich Natural… (Es wird noch mehr gelacht)

Matze: Ich denke der Rahmen einer solchen Veranstaltung wäre nicht der richtige für uns, aber wegen des Geldes und der Gelegenheit ins Fernsehen zu kommen würden wir es wohl machen.

Kleines Brainstorming… Hip Hop

Matze: Scheiße.

Lengo: Nicht meine Tasse Kaffe.

Crysler: Habe ich teilweise auch mal gemacht.

Präsident Bush

Matze: Scheiße. (lacht dabei ein wenig)

Lengo: Nicht meine Tasse Kaffe.

Crysler: George Bush my ass.

New Metal

Matze: Ich könnt mich jetzt wiederholen, aber ich sag einfach mal Metallica gefällt mir besser.

Lengo: Habe ich alles schon hinter mir.

Crysler: Lieber Oldmetal

MTV & Co

Matze: Hilfreich, manchmal ganz lustig, letztlich zu viele schlechte Sachen.

Lengo: Zu verseucht irgendwie, also… nee… zu Mainstream.

Crysler: Schöne Frauen.

Rock am Ring

Matze: Spielen wir nächstes Jahr hoffentlich.

Lengo: Da regnet es immer.

Crysler: Da hatte ich einen nassen Schuh, und den das ganze Wochenende, aber nur den einen.

Kommerz

Matze: Gibt viel Geld.

Lengo: Meinetwegen gerne.

Crysler: Wird immer schwieriger weil die Kaufkraft der Deutschen nachlässt. (Ein „Ooooh…“ für den politischen Hintergrund ertönt)

Gott

Matze: Gibt´s den?

Lengo: (Nach kurzer Denkpause) nee…

Crysler: Äääh… Ich. (es wird gelacht)

Rot-grün

Matze: Ampel.

Lengo: Schwarz.

Crysler: Besser als braun.

Fuck the System

Matze: Schwachsinn.

Lengo: Nicht meine Tasse Kaffee.

Crysler: Fuck the schöne Frauen von MTV…

Sex drugs and Rock n roll

Matze: Soweit möglich… Was der Zeitplan halt erlaubt.

Lengo: Habe ich alles schon hinter mir. (Alle lachen)

Crysler: Ja bitte, aber für mich ohne Drugs.

Dino Argentiero






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