Reviews

Die Ersten werden die Letzten sein

Label: Rude Records (2008)

Mit ihrem zweiten Lonplayer haben die Herren von der Waterkant wiederum einen großen Wurf gelandet. Das mit Spannung erwartete Album der Hamburger ist wahrlich herrlich geworden. Der Dampf, die Intensität, der Druck von der vorherigen Scheibe, musiklaisch gesehen, ist nicht mehr in dem Maße vorhanden. Diese Attribute haben sich mehr auf die Lyrics verschoben bzw. verstärkt.
Begonnen wird mit einem Song an die eigene Adresse 'Unsere Welt'. Worauf gleich ein Stampfer folgt genannt 'Des Wahnsinns fette Beute'. Nun beginnt das, was zuvor mit Intensität der Lyrics umschrieben wurde, ein kleiner Brocken an die Ackermänner dieser Welt 'Geld verdirbt die Welt'. Zu dieser Thematik muss nicht mehr gesagt werden, es wurde genug darüber berichtet. Aber auch 'Schuld haben immer nur die Anderen' oder 'Der letzte Schnitt' sind sozial kritische Songs, die sich gerade durch ihre Offen- als auch Direketheit auszeichnen und kein Blatt vor den Mund nehmen. Bei 'Nichts zu bereuen' wird Allister Crowley's Motto "Tue was du willst" in Szene gesetzt ohne in Gothic-Klischees zu zerfließen oder gar in Black-Metal Manier der Misanthropie  abzugleiten.

Was natürlich überhaupt nicht fehlen darf sind Songs, die den Gerstensaft näher beleuchten. Sowohl die schönen Seiten wie bei 'Hopfen und Malz' oder eben auch die Kehrseite, wie bei 'Mein letztes Bier'.

Letztendlich haben wir ein ausgewogenes Album, welches sich durch schöne, harmonische Gitarrenläufe auszeichnet. Wesentlich mehr Rock’n Roll beinhaltet und somit trotz weniger Tempo, sehr viel wuchtiger rüber kommt.

Mein Tipp: Ein super ausgewogenes Album, facettenreich und attraktiv in seiner melodischen Gestalt. Daumen hoch, ein geiles Album. Glasklare Kaufempfehlung!

 Car Sten






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