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Genetic Disorder

Label: Regain Records (2007)

Da sieht man mal wieder, dass man doch noch nicht zum alten Eisen gehört. Anno 1979 gründeten die Franzosen ihre Formation, ein Jahr bevor ich das Licht der Welt erblickte. Das nun mit "Genetic Disorder" erst der vierte Longplayer vorliegt, ist mit einer längeren Pause begründet, die durch eine Reunion im Jahre 1999 beendet wurde. Da die Band bis dato höchstens in Insiderkreisen bekannt war, geht es nun mit neuem Label und neuem Schwung an die vierte Veröffentlichung.

Niemand geringerer als Star-Produzent Frederik Nordström hat die Truppe unter seine Fittiche genommen, zudem lässt das bildgewaltige Cover durchaus die Erwartungen etwas nach oben schießen. Und so startet die Scheibe mit dem Opener 'Nothing Left Behind' sehr verheißungsvoll, ein extrem grooviger Song mit starken Melodien und tollen Gesangsparts. Überhaupt gefällt Frontmann Joe Armore durch seine rauen und kraftvollen Vocals, die teils an Mike Tirelli (Messiah's Kiss) erinnern und dem deutlich beeinflussten US-Power Metal Songmaterial sehr gut zu Gesicht stehen. Nervige Keyboardparts sucht man auf dieser Platte vergebens, hier geben die Gitarren den Ton an und lassen die Matte ein ums andere Mal vibrieren. Die Franzosen gehen sehr straight zur Sache und hier liegt auch ein klein wenig die Schwäche der Scheibe. Die meistens Songs lassen eigene Trademarks vermissen, zudem geht dem Refrain bei einigen Stücken oftmals der letzte Biss ab ('Forsaken Child'). So schleichen sich dann auch einige belanglose Stücke wie 'Final Procession' ein. Dagegen steht ein Stück wie 'The Dominion Gate', das als Ausreißer zumindest zu Beginn durch die etwas ruhigeren Passagen ein wenig Abwechslung erzeugt. Nichtsdestotrotz, wirklich schlecht gemacht ist diese Scheibe nicht. Dafür stehen vor allem Songs wie das treibende 'Leader Of The Masquearde', das fulminante 'The Winds Of Sin' oder das herrlich aggressive und dennoch melodische 'Wicked White Demon'.

"Genetic Disorder" wird mit Sicherheit auch diesmal nicht die ganz große Aufmerksamkeit erwecken, dafür fehlen die ganz großen Highlights. Für alle Genrefans dürften Nightmare jedoch ein gefundenes Fressen sein und eine sinnvolle Erweiterung der eigenen Sammlung.

Oliver Bender






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