Reviews

Albedo

Label: Eigenproduktion (2011)

Orbe sind eine neue italienische Band, die sich ganz der instrumentalen Virtuosität verschrieben hat. Das Quartett aus dem Piemont verzichtet in einer immer umfangreicher werdenden Welt des Shred und Instrumental Metal mit deutlichen Progressive Metal Referenzen wie üblich auf die Hilfe eines guten Vokalisten. Jetzt ist es nun einmal leider so, dass viele der Produkte aus dem genannten Genre nur sehr schwer anhörbar sind, da eine Abfolge von Gesangspassagen (Strophe, Bridge, Refrain) einem Musikstück Struktur zu verleihen mag.

Und genau das hätte dem Erstlingswerk der Italiener gut getan. In einem Wust von (teilweise) sehr guten Ideen geht das Konzept in manchen Momenten fast verloren und die Kompositionen wirken dann zuweilen einfach austauschbar. Der verbindende Faktor zwischen einzelnen Passagen fehlt zuweilen völlig und man fühlt sich als Zuhörer stark überfordert. Dabei werden noch nicht einmal erkennbar klassische Kompositionsstrukturen erkennbar, Leitmotive verlieren sich gelegentlich im Nirvana - sofern man sie überhaupt ausmachen kann.

Unterm Strich bleibt ein verwirrender Eindruck von überlangen Stücken, denen etwas Mäßigung und der sorgfältige Ausbau einzelner Elemente hörbar genutzt hätte. Nicht falsch verstehen - die Platte ist kein völliger Griff ins Klo, dafür sind die Vier technisch zu versiert. Allerdings sollten sie sich besser nach einem Sänger umsehen und ihre zum Teil tollen Ansätze zukünftig etwas deutlicher strukturieren.

Frank Scheuermann






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