Reviews

Dreamtower

Label: Frontiers Records (2003)

Warum?? Warum das? Warum ich? Zürnt mir der Gott des Rock’n’Roll? Ich nehme es stark an, denn was jetzt kommt, gehört zu den nervigsten, langweiligsten musikalischen Darbietungen, die mir die letzten Jahre untergekommen sind. Fangen wir beim Namen an: Ring Of Fire! Der Schriftzug ist dem des Herrn der Ringe nachempfunden, sehr innovativ wenn man Ring auch noch im Namen hat. Aber meine erste Assoziation war eine verr(a)uchte Kneipe in Neunkirchen nachts um halb vier. Dort lässt der Wirt immer die grottenschlechte deutsche Coverversion ‚Ring um die Eier’ des allseits bekannten Hits ‚Ring Of Fire’ laufen. Achtet man auf den Gesang erweist sich diese Verbindung als gar nicht so weit hergeholt. Aber bleiben wir doch erstmal oberflächlich: Der Titel „Dreamtower“, auch selten einfallslos, wie wäre es mit „Magic Of The Night“ oder „Believe In Love“, wird noch getoppt von dem Cover, das so mystisch wie meine Toilette ist.
Aber wir haben ja noch die Musik. Ich habe diese CD viermal angehört. 4 mal 70 Minuten, das sind 4 Stunden und 40 Minuten meines Lebens, die absolut vergeudet waren. Melodic Power Metal mit allem was dazu gehört. Ein schön softes Schlagzeug, nur nicht zu hart, es könnte wehtun. Bass auch nur lasch, Gitarre mit schlechten, ebenfalls nicht zu harten Porno- oder Angebersolos, Synthesizer und Keyboards, die auch in Computerspielen aus den 80ern vorkommen. Der Sänger hat nichts, aber auch gar nichts eigenes, ganz normaler, hoher Power Metal Gesang und Texte, die vor Kitsch nur so tropfen: „I’ve seen a princess behind the golden door, I know I’ve been here before“. Bravo, Bravo toller Reim und auch gar nicht abgegriffen oder? Auch gut: „The children of the sun awakened and disturbed“. Meine Fresse was noch? Die ganze Platte ist voll von solchem Müll. Leute, die eine Vokuhila-Frisur tragen und eine nicht metalfeste Freundin flachlegen wollen, sollten sich dieses Album kaufen, damit klappt es bestimmt. Grauenvoll.

Christian Kremp






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