Reviews

Part 1: The Prophecy

Label: Eigenproduktion (2011)

Gerade im Bereich progressiver Rockmusik sind Konzeptalben von besonderer Bedeutung. Das haben auch die Franzosen von Amon Sethis erkannt und liefern uns nun, etwa ein dreiviertel Jahr nach ihrer ersten EP "The Legend Of The Seventh Dynasty" ihren ersten Longplayer, der sich - oh Wunder - mit ägyptischer Geschichte und Mythologie befasst.

Nach einem stimmungsvollen und an orientalischen Harmonien orientierten Intro geht es schön schleppend un pathetisch los. Das hat man alles schon einmal gehört, weiß aber trotzdem zu gefallen. So als Groborientierung könnte man eine etwas weniger inspirierte Version von "Stargazer" von Rainbow ins Feld führen. Besonders stimmungsvoll wird es immer dann, wenn die Band kurze, erzählerische Momente in ihr Konzeptalbum einflicht. Die eigentlichen Songs schwanken dagegen manchmal zwischen Growls und melodischen Passagen hin und her. Das deutlich erkennbar "französische" Englisch verleiht dem Ganzen einen gewissen spröden Charme, beißt sich aber ein wenig mit der Ernsthaftigkeit des zur Schau gestellten Themas. Nicht alle Übergänge wirken zwingend oder harmonisch. Das mag bei den Stücken, die eine Kampf zwischen Gutem und Bösem thematisieren durchaus gewollt sein, aber auch das könnte man runder hinbekommen.

Insgesamt allerdings handelt es ich um eine interessante Scheibe mit vielen guten Ansätzen, die Hörern der unterschiedlichsten Genres zugänglich sein müsste, da viele Stilmittel zitiert werden. Einfach mal ein Ohr riskieren - schließlich kann man bei amazon.de in die Lieder reinhören und sie danach herunterladen!

Frank Scheuermann






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