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For The Demented

Label: Warner Music (2017)

Jeff Waters, die musikalische One-Man-Show hinter dem Bandnamen Annihilator, meldet sich zum 16. mal im Lauf seines Musikerlebens mit einem neuen Langeisen zurück. Und "zurück" ist vermutlich exakt die Vokabel, die "For The Demented" am hinrechendsten beschreibt. Denn dieser Silbertaler ist wie eine Zeitreise zurück in die Anfangstage der Band, damals, in den 80er Jahren in Kanada.

Annihilator klangen für mich immer wie eine Mischung aus Megadeth und traditionellem Metal. Messerscharfe Riffs, gelegentlicher Metrik-Wahnsinn, bei dem der geneigte Headbanger erst nach zehn Takten merht, dass man dazu eigentlich gar nicht die Matte schütteln kann, und keine Angst sogar vor gelegentlichen Balladen, zuweilen sogar von so hohem Kitschfaktor gesegnet, dass man die Dinger auch auf dem Jahrmarkt als Zuckerwatte verkaufen könnte.

Lediglich die Drumsounds lassen einen Flashback in die letzten 20 Jahre bei den Kollegen von Running Wild zu, wo man auch immer wieder auf die unsägliche Debatte "Drumcomputer oder nicht?" gestoßen ist.

Mich juckt das nicht weiter, sollte aber kurz erwähnt sein. Mit "For The Demented" ist Jeff Waters jedenfalls ein Album gelungen, das zwar nicht an die Großtaten von früher herankommt, das aber die Distanz angenehm berkürzt.

Frank Scheuermann

7/10






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