Reviews

A Sting In The Tale

Label: H'Art (2017)

Natürlich hat sich der Sound von Ten Years After geändert, Das ist aber schon Jahrzehnte her. Nämlich genau nach Alvin Lees Entschluss, bei einer Reunion nicht mehr dabei sein zu wollen. Seit einiger Zeit haben wir jetzt also quasi zwei Varianten: Hundred Seventy Split mit Leo LOyons und Joe Gooch (dem ursprünglichen Alvin Lee-Ersatzmann) und Ten Years After mit Chick Churchill und Ric Lee und den Neuzugängen Colin Hodgkinson und Marc Bonfante.

Ersterer ist in der gleichen Generation wie die Gründungsmitglieder und hat schon einen beeindruckenden Lebenslauf, müsste den meisten Lesern von Whitesnake her bekannt sein. Letzterer ist ein vergleichsweise junger Bluesrocker mit einem sehr flüssigen Gitarrenstil. Mir gefile das, was die Jungs treiben, schon auf der letztjährigen Livescheibe "The Name Reamins The same" schon sehr gut, auch wenn viele es als zu hart gespielte Versionen klassischer TYA Songs wahrnahmen.

Nun legt der Vierer mit "A Sting In The Tale" das erste eigenständige Lebenszeichen vor. Und ich muss sagen, das Songwritingtalent von Herrn Bonfante hat es in sich. Viele Melodien und Hooks verankern sich gleich in den Gehörgängen. Natürlich ist das nicht mehr "Cricklewood Green" oder "A Space In Time", aber es ist verdammt cooler Bluesrock voller Finesse und ohne das Gefühl, immer schon eine halbe Stunde vorher den nächsten harmonischen Schritt zu kennen. Tolle Rückkehr, auch wenn sich die Band anlässlich des 50. Recording Jubiläums mittlerweile auch den Namen 60 Years After verdient hätte.

Frank Scheuermann

8/10






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