Reviews

Wonderland
The Best Of Wonderland

Label: Revisited (1970/2009)

Es ist schlichtweg beeindruckend, was man seitens wundervoller Plattenfirmen an längst vergessen geglaubten Juwelen und anderer unterirdischer Schätze ausgräbt. Eine der Bands, die man längst vergssen geglaubt hatte, war eine kurzlebige "Supergroup" aus Deutschland. Masterminds waren keine Geringeren als Achim Reichel von den Rattles, eine der ganz wenigen deutschen Bands der 60er Jahre, die eine internationale Reputation hatten, und Les Humphries, ein britischer Pianist und Arrangeur, der bald darauf mit seinem Hippiechor The Les Humphries Singers gigantischen internationalen Erfolg haben sollte. Die Band stand unter den Fittichen von James Last, den wir alle ja aus einem ganz anderen Kontext kennen...

Die Musik erscheint aus heutiger Sicht recht bieder und markiert den eigentlichen Endpunkt der Beatmusik in Deutschland. Von progressiven Großtaten ist man dabei zu jedem Zeitpunkt weit entfernt, auch wenn einzelne Songs ganz gediegen aus den Boxen tönen. Für Freunde deutscher Rockmusik ist nun aber trotzdem eine lange klaffende Lücke geschlossen. Es ist übrigens eher eine "Complete Works" der Band als eine echte "Best Of", da wirklich jeder Schnipsel dieser Musiker, der jemals veröffentlicht worden ist, auf die CD mit draufgepackt worden ist. Bei den letzten Songs spielte übrigens ein gewisser Peter Hecht die Tasten ein, den die Älteren unter uns noch von den deutschen Hardrockern Lucifer's Friend kennen. Immerhin ein Hard'n'Heavy Bezug! Okay, heavy wird es auch - mit der abschließenden Heintje (!) Coverversion 'Mama'! Für meine Nerven ist das schon zuviel!

Frank Scheuermann






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