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Tomorrow Come Today

Label: Wind Up Records (2003)

Der lang erwartete „After The Eulogy“-Nachfolger steht nun in allen gut sortierten Plattenläden und wartet nicht nur mit einem „New Talent Price“-Aufkleber - das dieses Talent neu ist war mir unbekannt denn die Jungs sind ja schon beinahe zehn Jahre im Geschäft, aber was macht man nicht alles für sein Major-Debüt - auf, sondern auch mit einigen hitverdächtigen Songs…

Kriegsähnliche Geräusche dringen mir entgegen, unterbrochen von einem Sprecher, der an einen wütenden Offizier erinnert, dann eine kurze Einleitung und schon geht’s los…

Ein Statement zum Krieg im Irak als ersten Song? Scheint so, zumindest wettern BoySetsFire in ‚Eviction Article’ gegen den Krieg und die Politik in den Staaten. Wer nicht weiß wie die Jungs solch ein brisantes Thema umsetzten dem sei folgendes gesagt: Hardcore voll in die Fresse, zwar wird überwiegend gegrölt, aber der Refrain ist clean gehalten, so dass der Song auf jeden Fall hängen bleibt. Nach so einem Brett muss man sich erstmal erholen und die zarten Töne von ‚Last Year’s Nest’ genießen. Für mich definitiv das Highlight der Scheibe, denn hier gibt es melodischen Hardcore pur, dessen Singalong Chorus sofort in Fleisch und Blut übergeht, des Weiteren beweisen die Jungs ihre musikalische Klasse durch den Einsatz eines Klaviers gegen Ende des Songs. Von wem wurden BoySetsFire beeinflusst? Definitiv durch Iron Maiden, denn ansonsten ist das Intro des Songs ‚Bathory’s Sainthood’ nicht zu erklären: typische Harris Bassline und tieferer ruhiger Gesang, bevor man guten Melodic Hardcore ohne jegliche Nu Attitüde geboten bekommt. Geiles metallisches Riffing bekommt man im klassischen Hardcore Shouter ‚Release The Dogs’ geboten, der auch durch seine gesangliche Vielfalt zu überzeugen weiß. ‚White Wedding Dress’ ist bzw. war die Vorabsingle zum Album. Eine wirklich gute Wahl, da sie mit diesem Song wohl ziemlich viele Fans erreichen werden, denn die fünf Gesellen bieten ein wunderbar melodisches Zusammenspiel und einen bombastischen Chorus, dass man kaum ein negatives Wort verlieren kann. Ein wirklich rundum gelungenes Album, lediglich ein Song im Stile von ‚Rookie’ mit führenden und herrlich gefühlvollen Gitarren hat mir gefehlt, aber die beiden Hits ‚Last Year’s Nest’ und ‚White Wedding Dress’ entschädigen dieses Missen.

BoySetsFire haben mit „Tomorrow Comes Today“ einen ebenbürtigen „After The Eulogy“-Nachfolger abgeliefert, der diesen zwar nicht übertreffen kann, aber auf gleicher Stufe anzusiedeln ist. Ab ins Geschäft und Hardcore der nächsten Generation kaufen.

Nils Manegold






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