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Seasons Of Tragedy

Label: Locomotive Music (2008)

Ich kann mich noch verdammt gut daran erinnern, wie mir vor etwa zwei Jahren mit "Uncreation", dem Debüt dieser Heavy Metal Band aus San Diego, für drei Wochen die Kauleiste ausgerenkt wurde, weil ich mir auch beim zwölfundelfzigsten Durchlauf nicht vorstellen konnte, dass die Gesangslaute von einer Frau produziert wurden. Nach einem Besuch auf der Bandhomepage (Hammer!) konnte ich die Optik dieser Frau mit der Stimme noch weniger in Einklang bringen.

Musikalisch beackert man immer noch den Grenzbereich zwischen traditionellen Hardrockbands wie Rainbow und oberamtlichem Powermetal amerikanischer Prägung á la Savatage.

Natürlich ist das Überraschungsmoment mit dem Zweitling ein wenig aufgebraucht. Aber das ist ja keine Qualitätsaussage! "Seasons Of Tragedy" macht mit seinen knackig gespielten Doublebass-Attacken genau dort weiter, wo man vor zwei Jahren aufgehört hat. Dazu knallt Pete Wells seine fetten Powerchords und Leadbreaks so lässig aus der Hüfte, dass ich mir als alter Veteran der Szene nun wikrklich überhaupt keine Sorgen mehr um die Zukunft unseres Genres machen muss. Und mal ganz ehrlich: Wer hat jemals eine Frau dermaßen bedrohlich aus den Boxen fauchen gehört, wie man es bei Veronica Freemans Intonation in 'Bare Bones' bewundern kann?

Ich jedenfalls hoffe, dass uns diese geile Truppe noch eine ganz lange Zeit erhalten bleibt!

Frank Scheuermann 






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