Reviews

Guru Guru
Tango Fango

Label: Revisited (1975/2009)

Die 70er Jahre in der deutschen Musiklandschaft waren geprägt von ständigen Innovationen und seriöser Musikwissenschaft, die der angloamerikanischen Spielfreude und Verwurzelung im Blues zum Teil bierernste Klangskulpturen im Gefolge von Stockhausen entgegensetzte. In all dieser Studierbudenstimmung gab es einige wenige Ausnahmeerscheinungen, die ganz deutlich machten, dass man hohes künstlerisches Vermögen auch mit einem Optimum an Spaß verbinden konnte. Zu diesen Vertretern gehörten Grobschnitt einerseits und Guru Guru andererseits. Pathos sucht man hier umsonst, dafür aber progressive Momente, die mit den besten Augenblicken von King Crimson genauso mithalten können wie mit der Verspieltheit und Improvisationsfreude von Cream. Garniert wurde das mit einem gehörigen Schuss Slapstick. "Tango Fango" gehört zu den Scheiben der Band um Mani Neumeier, die von der Presse am besten aufgenommen worden sind. Vom ersten Ton an wird ein Cocktail aus Rock, Jazz, Calypso und Standup Comedy gemischt, der seinesgleichen sucht. Alleine der Schenkelklopfer 'Das lebendige Radio' ist das Geld wert. Großartig!

Frank Scheuermann






Musicload