Reviews

Straight To The Brain

Label: Eigenproduktion (2005)

Selten hat sich eine CD so hartnäckig einer Kategorisierung widersetzt wie “Straight To The Brain”. Als reines Studio-Projekt des Multiinstrumentalisten Dirk Radloff (guitar, bass, violin, vocals, choir) ins Leben gerufen, finden sich auf dem Silberling zwölf musikalische Visionen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dabei geht Radloff von den Texten in Gedichtform aus und versucht diese klanglich umzusetzen, so das Wort und Musik sich durchdringen und gegenseitig beeinflussen. Herausgekommen ist ein poetischer Soundtrack, der in Teilen progressiv klingt, aber auch nicht verhehlen kann, dass Radloff ein klassisch versierter Musiker ist, der genau weiß, was er tut. Vieles erinnert an eine schräge Mischung aus Yes (vor allem beim Gesang - Jon Anderson hätte hier seine Freude), verschrobenen King Crimson Riffs gepaart mit einer Portion zeitgenössischem Metal und klassischen Passagen. Tim Warweg (drums) und Stefan Platte (piano, trumpet) komplettieren das Trio kongenial, allerdings stellt sich bei all dem Ambitionismus die Frage, wer bei diesem bunten Sammelsurium von Stilen und Instrumenten als Zielgruppe in Frage kommt. Es bleibt unterm Strich der Vorwurf des l´art pour l´art, obwohl “Straight To The Brain” durchaus seine Momente hat. Möge also der geneigte Leser Heartscore ein Ohr leihen und sich eine eigene Meinung bilden.

Frank Scheuermann






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