Reviews

Wir werden keine Engel

Label: Boersma Records (2018)

Das zweite Album der Niederbayern steht an unter die Ohren genommen zu werden. Zudem handelt es sich dabei um das erste komplett von der neuen Frontfrau Julia eingesungene. Die Dame macht einen guten Job, die höheren Töne sind aber eher ihre Freunde und nimmt man ihr auch eher ab, bei den Tiefen muss sie sich doch ein wenig strecken. Die Klangfarbe der Stimme ist aber schön und mal eine angenehme Abwechslung in der von Männerstimmen dominierten Szene. Dass hier keine Angie Gossow oder Sabina Claasen am Rohr ist aber auch klar. Die Mucke, wie man sich dies so vorstellt. Eine Gitarre, ein Bass und ein Drumset – Feuer frei.
 
Ein Wehrmutstropfen muss man aber schon nennen: Beim Opener ist mir persönlich die Nähe zu einem Song von Frei.Wild zu nah. Sowohl vom Text als auch von der musikalischen Ausrichtung. Da fehlt mir die Abgrenzung, denn diese Band hat das Potenzial dazu, das hört bei den folgenden Songs. Nehmen wir nur ‚Verpiss dich‘, eine schöne Nummer zu der es inhaltlich nicht mehr sagen muss oder ‚Für immer‘, auch dieser Song sagt schon von seinem Titel wohin es geht. Die Mucke ist straight nach vorne, kaum Schnörkel, ab und an mal ein Solo, aber das war es dann auch. Gute Hausmannskost.
 
Mein Tipp: Ein sehr schönes Album, das zweite der Band, aber zu oft kommt der Gedanke, „Verdammt, das Riff kommt mir bekannt vor…“. Ihr habt das Rüstzeug, geht euren eigenen Weg, seid nicht der halbe Klon von irgendjemand. Rockt euer Ding, seid mutig! Die Pommesgabel zum Gruße!!!
 
6,5/10
 
Car Sten






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