Stories

März 2004

Nach seinem Auftritt bei Newcomer beantwortet uns Marco ein paar Fragen zu sich, Cloudberry, Vergangenheit und Zukunft...

Wie nennen dich deine Freunde? Bist du jetzt nur noch Cloudberry oder weiterhin Marco?

Also ich bin und bleibe weiterhin "de Maggo". Spitze Zungen bezeichnen mich allerdings gerne auch mal als "Diva"...

Wann begann deine Leidenschaft für Musik?

Meine Leidenschaft bzw. mein Wunsch selber aktiv Musik zu machen begann so richtig 1987 mit der Vinyl-Single "True Faith" einer Band namens New Order.

Wie kamst Du zur Band Strange?

Puh...lange her das ist! Ich kann mich erinnern, daß Alex Debus (Ex-Strange-Gitarrist) mich irgendwann so um 1989 in der Schule ansprach, weil er mitbekam, daß ich mir einen Baß gekauft hatte. Sie suchten für ein Schülerprojekt einen Bassisten. Ich konnte zu dem Zeitpunkt noch keinen Ton spielen, wurde aber trotzdem engagiert. Aus der Schülerband hat sich dann Strange entwickelt.

Warum habt ihr euch damals aufgelöst, obwohl ihr damals einigen Erfolg hattet und sogar zu Rock am Ring gekommen seid?

Um ehrlich zu sein...den wahren Grund kenne ich bis heute nicht. Unser Drummer kam irgendwann an und meinte er wolle sich lieber aufs Studieren konzentrieren. Acht Wochen später spielte er in drei verschiedenen Oldie-Cover-Bands...

Wie kamst du auf die Idee ein Soloprojekt zu starten?

Das war mehr oder weniger eine Trotzreaktion. Bei Strange gab es immer irgendwelche Gründe warum es nicht so richtig konsequent vorangehen wollte. Auf Diskussionen hatte ich einfach keine Lust mehr. Ich wußte was bzw. wohin ich wollte und daran wollte ich, ohne Rücksicht auf andere, arbeiten. Außerdem war ich einfach zu faul mir neue Mitmusiker und einen Proberaum zu suchen.

The Cure scheinen Einflüsse auf dich gehabt zu haben, denn der Name Cloudberry kommt ja von ihrem unveröffentlichten Demoband. Wer hatte noch Einfluß auf dich?

The Cure gehört sicherlich zu den großen Drei: Joy Division, New Order, The Cure. In dieser Reihenfolge! Ich mag aber auch aktuelle Sachen wie Blackmail, Urlaub in Polen, Marr, Kettcar und Cursive sehr gerne!

Als was für eine Musikrichtung würdest du deinen Stil bezeichnen oder bist du von der Schubladenordung losgelöst?

Für mich ist Cloudberry einfach Popmusik! Sicherlich sehr gitarrenorientiert und manchmal auch auf einen schrägen Beat bedacht. Aber es geht nichts über eine gute Pop-Hookline! Deshalb Popmusik!

War es schwer sich zu motivieren weiter zu machen, nachdem damals der Plattenvertrag gekündigt und die "Mother Of Creation" Single nicht veröffentlicht wurde?

Einfach aufgeben? Nein! Dafür mache ich den ganzen Kram einfach zu gerne.

Du hattest ja, nachdem du deinen alten Strange Kollegen Tobias wieder getroffen hast, weiter Demos produziert. Wer kam auf die Idee, nach einem Jahr des Wiedersehens, das Album in Eigenregie aufzunehmen?

Tobias war / ist ja in dem Sinne kein Ex-Strange-Kollege. Wir kannten uns nur mehr oder weniger durch unsere alten Bands. Tobi sang ja mal bei Cashma Hoody, die auch zum Teil aus Obertshausen stammen, von daher waren wir uns nicht ganz unbekannt. Und die Idee von wegen Eigenregie... Tobi hat ja hautnah mitbekommen wie mein Ex-Verlag mich mehr oder weniger hingehalten hat. Irgendwann meinte er „komm‘ scheiß auf die Demos, ich finde das gut, da können wir was draus machen“. Dafür werde ich ihm auch ewig dankbar sein!

Wie kam es zu dem Namen "Elijah"?

Zu der Zeit als wir das Album produzierten, haben viele meiner Ex-Schulkollegen geheiratet, Kinder bekommen und ein „anständiges Leben“ begonnen. „Elijah“ war sowas wie meine Antwort darauf, mein „Baby“ eben. Außerdem wollte ich titelmäßig so wenig wie möglich Angriffsfläche bieten, so nach dem Motto "der Titel ist Programm".

Wie kam es zu der Live Band und deinen Auftritten, wo Cloudberry doch ein Soloprojekt ist?

Das war auch so nie geplant. Nach der Albumproduktion hatte ich für meinen alten Verlag ein Showcase an den Start gebracht, weil die Cloudberry unbedingt „live“ sehen wollten. Mit Teilen von Tobi’s Projekt „Janus“ (bzw. deren Live-Line-Up) und einem alten Bekannten aus „Strange“-Zeiten haben wir das dann an den Start gebracht. Der Verlag hat mich dann hängen lassen, die Jungs nicht, und seitdem gibt es Cloudberry eben auch live. Und es macht richtig Spaß!

Du hast ja dein eigenes Label gegründet um die Platte zu veröffentlichen, nachdem du bei diversen Labels abgelehnt wurdest. Veröffentlichst Du auch andere Bands? Und wenn ja, kriegst Du die Arbeit von Label und Projekt unter einen Hut?

Die Labelsache für "Elijah" wird wohl einmalig bleiben. Der Hauptgrund ist sicherlich das Geld. Wäre logistisch alles so gelaufen wie es hätte sollen, dann wäre bestimmt ein weiterer Release in Eigenregie machbar gewesen. Aber bei mir läuft's ja bekanntlich nie so wie's eigentlich soll ;)

Versuchst Du noch einen Plattendeal bei einem großen Label zu bekommen oder reicht Dir dein eigenes Label um zukünftige Releases mit ausreichender Resonanz und genügend Absatz zu veröffentlichen?

Siehe Frage vorher! Wäre alles ohne Probleme verlaufen, hätte es auf dieser Ebene sicherlich weitergehen können. Aber so fange ich, hoffentlich unter günstigeren Vorzeichen und mit neuen besseren Songs, wieder von vorne an. Für's neue Album sind bereits 15 Songs fertig geschrieben!

Wie siehst du deine Zukunft (Label/Projekt/Leben)?

Keine Ahnung! Ich wünsche mir nur endlich eine Basis bzw. Infrastruktur unter der ich ordentlich arbeiten kann, sprich ein/e/n Label/Verlag/Bookingagentur, welches an mich und an Cloudberry glaubt. Alles andere lasse ich auf mich zukommen...

Willst du deinen Fans dort draußen noch irgendwas sagen?

Ihr seid die Besten!

Winfried Bulach






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