Stories

Dezember 2005

Einen Monat vor dem Release der neuen Scheibe "Rocket Ride", beantwortete uns Gitarrist Jens Ludwig einige Fragen zur aktuellen EP, dem kommenden Machwerk und der geplanten Tour...

Das Cover von "Rocket Ride" ist ja im gleichen Comic Stil wie die Superheroes EP gehalten und hat mit euren älteren Covern, obwohl man den Mandrakeclown auf Rocket Ride sieht, wenig zu tun. Wer kam auf die Idee und warum seid ihr in diesem Punkt so stark von eurem Stil abgewichen?

Zunächst mal kam das durch das Superheroes Cover. Als es an der Zeit war für die Superheroes EP ein Cover zu haben, haben wir Axel Herrmann gefragt, ob er da eine Idee zu hätte, weil er hat auch schon in der Vergangenheit des Öfteren einige Merchandise Motive für uns entworfen. Er kam halt dann mit der Idee zu "Superheroes": Die Band so ganz in Kiss - Destroyer, Manowar - weiss ich nicht, World Stil, allerdings als Comic und als Superhelden, zu zeichnen. Nachdem wir dann den ersten Entwurf gesehen haben, war uns eigentlich schon klar, dass das das Cover für die EP werden würde, ganz sicher! Wir fanden es einfach lustig, ist einfach mal was anderes, was nicht so ganz typisch ist. Für die Platte haben wir ihn dann kurzerhand einfach wieder gefragt, weil wir mit "Superheroes" so zufrieden waren. Er kam dann mit drei, ganz groben, Entwürfen, so ne Art Bleistiftskizzen, und dann sind wir bei der Idee mit einem, auf einer Rakete reitenden, Harlekin, mit ner dreiäugigen Ische hinten drauf geblieben. Wir fanden das ganz cool. Wir wollten etwas flashiges, etwas das auffällt und die Tatsache, dass das anders ist als unsere vorigen Covers, das war eher sekundär. Da haben wir uns keine Gedanken gemacht.

Also bedeutet das keinen Stilwechsel? Kann man da die Fans beruhigen?

Ja, ich denke man kann die Fans beruhigen. Es gibt auf keinen Fall einen Stilwechsel, was es allerdings auf der Platte gibt, sind ein paar neue Elemente, aber das ist nix Neues, dass wir versuchen jede Platte etwas anders klingen zu lassen, neue Einflüsse geltend zu machen. Aber so nen Kurswechsel um 180° oder dass wir sagen „Wir sind erwachsen geworden“ und wollen jetzt solide Rockmusik machen, da kann ich jeden Fan beruhigen, das ist nicht der Fall. Nein, wir sind nicht erwachsen geworden. Ganz im Gegenteil, ich meine, wenn du von mystischen Wappentieren und verruchten Clubs zurück zu Comics gehst, das heißt ja eigentlich, dass du nur kindischer geworden bist.

Auf der EP hattet ihr ja Michael Kiske zu Gast, der sich von der Metalszene distanziert hat und dafür heftige Kritik, auch in Form von Beleidigungen, geerntet hat. Wer kam auf die Idee ihn zu beteiligen und wie habt ihr ihn dazu bekommen ‚Judas At The Opera’ einzusingen?

Auf die Idee kamen wir, da wir ja den Song ‚Judas At The Opera’ hatten und dachten, da würde Michael Kiske wie die Faust aufs Auge passen. Tobi kannte ihn ja schon von der Zusammenarbeit mit Avantasia und der Rest war eigentlich ziemlich einfach. Tobi hat ihn kontaktiert übers Telefon, hat ihm dann den Song und die Texte geschickt, um einfach mal ne Meinung von ihm zu hören, ob er da Bock drauf hätte und ihm hat der Song, abgesehen von den zweitstimmigen Gitarren am Anfang, eigentlich ganz gut gefallen, sagte er. Eigentlich ausschlaggebend für seine Mitarbeit, war der Text des Liedes, weil der Michael so ein bisschen aus der Seele spricht, so in manchem Teil, wobei wir das nicht ganz so hardlinermäßig betrachten wie er. […] Fakt ist, das er immer noch ein schweinegeiler Sänger ist und er hat seinen Job spitzenmäßig gemacht, und das ist was gezählt hat.

Was hat es eigentlich mit ‚Superheroes’ als Lied auf sich? Sollte das eine Ode an irgendeinen aktuellen Film, wie Fantastic Four, Batman oder Ähnliches sein?

Nee, das hat eigentlich nichts mit Superhelden oder Comicfilmen zu tun. Die Geschichte hinter dem Song ist eigentlich Partyatmosphäre. Das Ganze mit einem leichten Augenzwinkern mit Blick auf diese ganze Rapperszene, die immer mit Klunkern bestickt rumsitzen, die geilsten Autos und schärfsten Schnallen überhaupt haben. Wir wollten mit dem Song aussagen, wir hätten das natürlich auch gerne, aber wenn das halt nicht so ist, dann haben wir trotzdem Spaß.

Wie kam es zu dem Video? Hat das Storyboard eventuell mit irgendwelchen Groupiegeschichten zu tun oder wer hatte die Idee mit "Bunnyville"?

Nein, mit Groupiegeschichten ganz und gar nicht. Ich hab noch nie ein Häschen, wortwörtlich, vernascht, außer an Ostern. Die Idee dafür kam eigentlich von dem Produktionsteam, die das Video gedreht haben. Wir haben  denen den Song gegeben und die haben uns drei grobe Storyboards vorgelegt. Von den Drei hat uns die Geschichte mit Hasenjagd in Bunnyville am Besten gefallen, weil mit Hasen haben wirs sowieso irgendwie son bisschen und dann haben wir das noch mit ein paar sinnlosen Ideen ergänzt. Herausgekommen ist ein sehr lustiges Video, was leider niemand, der sich die DVD nicht gekauft hat, gesehen hat, weil’s keiner spielen wollte, in Deutschland. Naja, die Erfahrung muss man auch machen.

Ihr scheint eine besondere Vorliebe für Coversongs zu entwickeln seit ihr auf der "Lavatory EP" ‚I’ll Cry For You’ von Europe gecovert habt. Auf der letzten EP war ‚The Spirit’ von Magnum drauf. Gibt es noch Songs da draußen, die ihr gerne ummodeln würdet oder habt ihr schon welche in Planung?

Also während dieser Aufnahmesession haben wir noch ‚Cum On Feel The Noize' von Quiet Riot gecovert, aber der ist jetzt, mehr oder weniger, erstmal in der Versenkung verschwunden, also was mit dem Song in Zukunft passieren wird, weiß ich jetzt noch nicht. Ansonsten sind Coverversionen immer ne nette Abwechslung und gerade bei dem Song ‚The Spirit’ war es wahnsinnig interessant das Arrangement so umzusetzen, weil der Song ja schon so ein bisschen älter ist. Was wir mit Akustikgitarren gemacht haben, wurde dort z.B. mit einem Spinett gemacht. Die entstehen meist so aus Spaß an der Freude, um mal was anderes zu machen, Abwechslung rein zu bringen.

So jetzt zum neuen Album: Rocket Ride wurde von Sascha Paeth produziert, der durch seine Arbeit für Rhapsody und Kamelot eher für epische Produktionen bekannt ist. Welche neuen Elemente habt ihr euch durch die Zusammenarbeit mit ihm versprochen?

Einfach frischen Input. In der Vergangenheit waren wir immer der Meinung, wir produzieren unsere Platten komplett selbst, so dass wenn mal was floppt, dass wir dann ganz alleine dran schuld sind. Und jetzt ham wir uns gedacht, wir suchen uns mal einen Schuldigen, falls mal was nicht so klappt wie es soll.

Nee, wir haben mit Sascha schon auf der "Hellfire Club" zusammengearbeitet und zwar hat er Bass und Schlagzeugaufnahmen für uns gemacht und auch da hat er schon eins, zwei gute Ideen zu Songs gehabt. Zum Beispiel klang der Refrain von ‚Lavatory Love Machine’ vorher noch ganz anders und Sascha kam dann mit dem Vorschlag, den Refrain ein bisschen umzuändern, was uns auch sehr gut gefallen hat. Insofern wussten wir auch durch Gespräche und dadurch, dass wir ihn jetzt schon länger kennen, dass er auch auf so richtig erdigen Rock’n’roll steht, also auch fernab von so riesengroßen Bombastproduktionen. Und vor allem liegen wir menschlich auf einer Wellelänge, was die Atmosphäre im Studio sehr locker gemacht hat.

Für uns ist gut mal frischen Input zu haben, weil wir selbst zu eng mit den Songs verbunden sind, weil wir die monatelang im Proberaum proben, während dem Songwritingprozess spielen wir die schon immer und da kann es schnell passieren, dass man mal ein bisschen festgefahren ist. Da kann es ganz gut sein, dass man mal ne Meinung von außen hört und ne frische Idee von außen bekommt. Wir sind der Sache recht offen gegenüber gewesen, konnten aber immer nein, sagen, dass was sehr wichtig. Er hätte uns jetzt nicht gezwungen irgendwas zu spielen oder zu machen, was wir nicht wollen, aber auf der anderen Seite hat er uns vom performen her, so dermaßen gepusht, dass wirklich Sachen raus gekommen sind, die ohne ihn so, einfach nicht geworden wären.

Der Titel klingt recht modern, wenn man ihn mit euren übrigen, meist epischen, Plattentiteln vergleicht. Wieso?

Das ist eine gute Frage. Ist schwer zu sagen. Thematisch haben wir uns eigentlich nicht so wirklich festgelegt oder daran festgemacht, dass der Titel mehr oder weniger episch ist. Ich meine, "Hellfire Club" war auch schon ein Schritt in diese Richtung. Der Titel stammt ja von nem getarnten Spaßclub...nein eigentlich von einem getarnten Philosophenclub, der eigentlich ein Club für Orgien uns Saufereien war, also das hat mit epischem Heavy Metal auch nicht mehr viel zu tun.

Gemeint war eher, dass der Titel so Richtung Rocket Science geht, also wissenschaftsmäßig in die Zukunft.

Nein, für uns stand Rocket halt eher für einen Rock’n’roll Entertainment Titel. Wir haben schon, während wir Lieder geschrieben haben, über einen Plattentitel nachgedacht und hatten da diverse Vorschläge und das war einer davon, der uns immer wieder im Gedächtnis geblieben ist. Das war ein gutes Zeichen dafür, dass das ein guter Titel ist. Ich finde, das passt auch ganz gut zur Platte, weil zum einen "Rocket Ride" hat für mich so ein bisschen straight forward Bedeutung, was Entertainment angeht, außerdem könnte man es mit einer Art Achterbahnfahrt umschreiben, was für die unterschiedlichen Stimmungen und Elemente auf dem Album stehen könnte. Im Großen und Ganzen ist es einfach ein Titel der gut klingt und im Gedächtnis bleibt.

Bei "Hellfire Club" seid ihr kritisiert worden, ihr wärt weich geworden, weil die Stücke so poppig ausgefallen sind und auf den Musiksendern rotierten. Habt ihr, deiner Meinung nach, irgendein Zeichen gesetzt, um den „harten Metallern“ zu beweisen, dass ihr immer noch knackigen Powermetal macht?

Also, dass wir knackigen Powermetal spielen, davon können sich die Leute fest von überzeugen. Wir haben jetzt nicht irgendein Lied geschrieben, das speziell darauf abzielt eine bestimmte Gruppe von Menschen zu überzeugen, sondern haben einfach das gemacht, was wir für richtig hielten. Bei "Hellfire Club" war es ja auch nur so, dass die Kritiken nur im Vorfeld so waren, als wir mit ‚King Of Fools’ in diversen Chartsendungen aufgetaucht sind. Ich denke mit, dass jeder, der dann die Platte eingelegt und ‚Mysteria’ gehört hat, der sollte wissen was Sache ist und dass da mit Verkommerzialisierung nichts drin ist.

Ähnliches ist bei "Rocket Ride" sicher. Wenn man eine Single auskoppelt, dann versucht man einen Song rauszusuchen, der ein bisschen in den Mainstream passen könnte. Das ändert aber nichts daran, dass wir immer noch Stücke drauf haben, die ordentlich auf die Zwölf gehen und die auch Double Bass dabeihaben.

Bei dem Song ,Return To The Tribe’ singt Tobi ein Gitarrensolo. Wenn er daran Gefallen findet, bist du ja bald arbeitslos oder?

Ich glaube, er wird daran keinen Gefallen finden, weil Gitarrensoli und Instrumentalparts sind für ihn live eine gute Gelegenheit ein wenig Luft zu schnappen. Ich glaube, wenn er jetzt auch noch sämtliche Instrumentalparts und Gitarrensoli singen sollte, und auch noch in so einer Geschwindigkeit, ich glaube, dann würden unsere Konzerte auf einer Tour nicht länger als einen Stunde dauern.

Wie kam es zu dieser Idee?

Das kam einfach von daher, weil Tobi, wenn er Ideen für ein Gitarrensolo hat, in welche Richtung das gehen könnte, dann singt er mir das immer vor, sei es am Telefon oder im Proberaum. Er summt halt immer Gitarrensoli und das hat er auch Sascha erzählt, der dann auf die Idee kam: „Hey, das könnte man eigentlich auch mal aufnehmen.“ Irgendwann, bei zwei, drei Bierchen haben sie das in die Tat umgesetzt. Es war dann wirklich so, dass er sich ein Mikrofon geschnappt hat und der Rest war dann der gleiche Aufnahmenweg wie für ein Gitarrensolo: Vom Mikro in den Gitarrenverstärker, noch ’n Verzerrer davor, vom Gitarrenverstärker wieder mit nem Mikro abgenommen und ab aufs Band. Jetzt sind wir, glaube ich, die Band mit dem weltweit ersten gesungen Gitarrensolo. Wir sind also Pioniere auf dem Gebiet.

Am Ende von ‚End Of The Century’ scheint Tobi geradezu ekstatisch in seinem Gesang vertieft zu sein, man könnte auch sagen er wäre durchgedreht. War das mehr als Scherz gedacht oder läuft es bei euren Aufnahmesessions immer so und ihr wolltet den Fans einen kleinen Eindruck davon geben?

Nee, das war eigentlich als Scherz gedacht. Das passt halt einfach zu dem Text von dem Song, der sich darum dreht, dass wenn man von einer Frau nicht gemocht wird oder sie einen fallen lässt oder erst gar nicht etwas mit einem anfangen möchte. Tobi umschreibt das halt als Message für die Frauen: „Hey, ihr habt euch den Fang des Jahrhunderts entgehen lassen!“ Am Ende treibt er das Ganze so dermaßen over the top, mit dem Gejaule, was er net alles haben will und wie gut er sein wird, dass Sascha ihn doch stoppen musste.

Beim letzten Album hattet ihr mit ‚Lavatory Love Machine’ zumindest textlich die Lacher auf eurer Seite, nun folgt mit ‚Trinidad’ die nächste Spaßnummer, die in einem Fachblatt bereits als Tropical Metal bezeichnet wurde. Wie kam es dazu und darf man damit rechnen, dass den Fans Cocktails gereicht werden, wenn ihr ihn live spielt?

Oh, ich würds mir lieber andersherum wünschen, dass die Fans uns Cocktails reichen, wenn wir den Song mal live spielen. Die Entstehung von dem Song war eigentlich ähnlich wie bei ‚Lavatory Love Machine’. Das sind immer so Sachen, bei denen Tobi mit ner fixen Idee in den Proberaum kommt und sagt: „Ich hab hier was ganz lustiges.“ Wie bei ‚Lavatory Love Machine’, war’s bei ‚Trinidad’ auch so: Der Song stand nach zehn Minuten im Proberaum und wir fanden den alle komplett geil. Der hat eine so geniale Hookline. Der Refrain bleibt direkt am Ohr kleben. Das ist bei uns meistens so, wenn wir Songs einfach nur aus Spaß an der Freude machen und uns von Vorne herein denken, wenn’s irgendwie zu albern wird, dann wird’s eben nur ein Bonustrack. Die Songs werden aber dann eben immer so klasse und haben einen geilen Refrain, dass wir die eben doch immer auf die Platte machen. Und warum auch nicht?

Apropos, Bonustrack: Wie dem Promozettel zu entnehmen war sind auf der ersten Edition der CD zwei Bonustracks drauf, von denen ‚Fucking With Fire (Hairforce One)’ bereits auf der Promo zu hören war. Warum ist dieses, meiner Meinung nach, sehr geniale Stück nicht fester Bestandteil der Tracklist, sondern nur Bonustrack, obwohl er thematisch so gut zum Namen "Rocket Ride" passt?

Es ist ein Bonustrack, der exklusiv auf allen Ausgaben der Platte zu hören sein wird. Also es ist ein Bonustrack, der eigentlich gar keiner ist. Es zielt darauf ab, dass Bonustracks immer exklusiv für die ersten 1000 Exemplare einer CD oder exklusiv für das Digipak sind. Vor allem für Japan werden Bonustracks gerne genommen und dem wollten wir einfach entgegentreten, indem wir einen Bonustrack machen, der wirklich exklusiv für jeden erhältlich ist.

In unserem letzten Interview hast du gesagt, bezüglich Bühnengestaltung und Effekten wären die Möglichkeiten beschränkt. Auf eurer Homepage hat Tobi nun verraten, dass ihr Tour eine Show bieten werdet, die man nur auf großen Arenen kennt. Was dürfen wir denn erwarten?

Ich weiss jetzt nicht mehr genau, was ich damals gesagt hab, aber beschränkt ist man insofern, vom finanziellen Aspekt, jedenfalls ein Stück weit, und die größere Beschränkung oder Herausforderung ist, ein stimmiges Bühnenbild zu erschaffen, das sowohl auf nem Festival wie Wacken gut aussieht, aber auch in nem kleinen Club in Spanien was rüberbringt. Das ist die eigentliche Herausforderung. Wir stehen zzt. mit einer PA-Firma in Kontakt und sind am Planen. Das Bühnenbild ist fast fertig designed und wir versuchen das so flexibel zu halten, dass wir den Großteil der Specials, der Effekte und Bühnenaufbauten auch in kleinen Hallen unterbringen können. Für richtig große Auftritte mietet man sich eben noch was dazu oder macht was neu. Es wird auf jeden Fall wieder etwas fürs Auge, wo man es denn machen kann, denn es gibt überall Regeln. In manchen Ländern oder manchen Clubs darf man von Vorne herein keine Pyros fahren und da kann man als Band leider überhaupt nichts dran machen. Ähnlich ist es mit den Platzverhältnissen, da kann man manchmal nicht alles aufbauen, was man z.B. in der Stadthalle Langen aufbauen würde. Da muss man einfach mit leben und versuchen, den Leuten was für ihr Geld zu bieten.

Ihr werdet die Tour mit Dragonforce bestreiten, die als Opener ja schon an einiges an schnellem Material anbieten können. Wie kam der Kontakt zustande? Lief das ausschließlich über euer Label oder habt ihr selbst ein Wörtchen mit eingelegt?

Das lief über die Konzertagentur. Wir haben die Anfrage vom Dragonforce Label bekommen, ob Dragonforce uns supporten könnten und haben uns parallel dazu dann gleich noch angeboten, dass wir sie in England, eine Woche vorher, supporten könnten.

Ihr als Support?

Ja, Dragonforce sind in England wohl schon ne richtig große Nummer. Ende Januar spielen die 6 Shows in England. Ich sag mal, wenn wir allein als Headliner in England spielen würden, dann würden wir eine, im Höchstfall zwei Shows spielen. Dragonforce werden ja von der englischen Presse als absolute Powermetalhoffnung schlechthin abgefeiert. Insoweit haben die da drüben schon ein relativ gutes Standing und es ist für uns ja eine relativ gute Möglichkeit, Leute zu erreichen, die wir so nicht erreicht hätten. Zudem ist das eine Wahnsinnsausgangssituation: Überleg mal, die können es sich nicht erlauben uns schlecht zu behandeln, denn danach sind sie 6 Wochen mit uns unterwegs.

Ihr spielt bereits seit Jahren im selben Line Up, während bei anderen Bands auf jedem neuen Album neue Musiker dabei sind. Was ist euer Geheimnis?

Zunächst würde ich sagen, dass wir alle Spaß an der Sache haben. Es fühlt sich, glaube ich, keiner unterdrückt oder von anderen schikaniert. Es ist ganz wichtig, dass man sich gegenseitig respektiert und aufeinander Rücksicht nimmt, gerade, wenn man auf Tour ist. Bei uns ist das mittlerweile so: Wir kennen uns so gut, dass wir Sachen über andere Bandmitglieder wissen, die wir eigentlich gar nicht wissen wollen und da merkt man halt schon, wenn einer schlecht drauf ist, dann lässt man denjenigen halt in Ruhe. Das ist die eine Sache und die andere ist, dass wir alle, glaube ich, nicht ganz blöd sind, das heißt, wir können uns artikulieren, wir können uns mitteilen und ich meine, es gibt in jeder Band Stresssituationen, aber wir versuchen, dann immer die Sache zu klären, bevor die Sache in irgendeiner Weise eskaliert, weil wenn man alles in sich rein frisst, dann ist klar, dass es einem irgendwann  reicht und einer sagt, er hat keinen Bock mehr.

Es gäbe zwar noch 1000 Fragen, die man stellen könnte aber das würde den Rahmen sprengen, deshalb bitte deine letzten Worte an die Fans:

Letzte Worte an die Fans? Ja, vielen Dank für Unterstützung in den letzten Jahren, ansonsten: Kein Sex vor der Ehe und Frohe Weihnachten!

Winfried Bulach






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